Ausgebremst aber weiter hungrig

Hertha BSC in der Vorschau

Die Hertha kommt! Die Berliner reisen als eines der stärksten Auswärtsteams der Liga an die Oker und bringen vor allem im Umschaltspiel enorme Gefahr mit. Kaum eine Mannschaft kontert so konsequent oder kommt so häufig über Flanken zum Erfolg wie die Elf von Stefan Leitl. Wir werfen in der Vorschau einen Blick auf den Gegner aus der Hauptstadt.

Wissenswertes

  • In der Fremde voll da: Hertha hat diese Saison auswärts mehr Punkte geholt (27) als daheim (20) und kann sich mit einem Erfolg an der Oker gar auf den ersten Platz der Auswärtstabelle schieben.
  • Einmal vorne, immer vorne: 17 Führungen, 13 Siege, vier Remis, 0 Niederlagen - ist die Mannschaft von Coach Stefan Leitl einmal in Führung, dann verliert sie normalerweise das Duell nicht. Einzig Nürnberg ist nach einem Führungstreffer in der Zweitligasaison bisher auch makellos.
  • Vorsicht, es geht schnell!: Neunmal traf der BSC nach einem Konter. Das ist Liga-Bestwert. Genauso wie die 13 Tore nach einer Flanke aus dem Spiel heraus. 

Unter Beobachtung

  • Fabian Reese: Im Fokus der Offensive ist gut wie immer: Fabian Reese. Der Offensivallrounder gab bisher die drittmeisten Torschüsse der Liga ab und schlug ganze 60 (!!!) Flanken mehr aus dem Spiel heraus, als David Herold vom KSC, der in der Statistik auf Platz zwei liegt.
  • Marten Winkler: Hinter Reese belegt wer mit seinen sechs Treffern und sechs Vorlagen Platz zwei auf der internen Scorerliste der Berliner. Dank seines Kopfballtores gewann die Hertha das Hinspiel gegen die Löwen. Mit seinen schnellen Sprints hält er zudem den Temporekord der Hauptstädter in der laufenden Saison
  • Tjark Ernst: Der Keeper der Berliner hat in dieser Saison bereits elfmal zu Null gespielt, nur Schalkes Lorius Karius hat ligaweit genauso oft die “Weiße Weste” behalten. 

Die Lage

Hängende Köpfe und enttäuschte Gesichter – nach dem Schlusspfiff am vergangenen Wochenende gab der Hauptstadtklub ein durchwachsenes Bild ab. Was war passiert? Zum wiederholten Male standen sich der Berliner im Kampf um die Rückkehr in die Bundesliga selbst im Weg. 19:11 Torschüsse, 21:15 Flanken, 59 Prozent Ballbesitz. All das reichte nicht, um die 0:1-Heimniederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern zu vermeiden. Die Dominanz der Herthaner auf dem Feld ließ sich einfach nicht in Treffer ummünzen. "Es war der letzte Pass, die Abschlussqualität und auch einfach die Fähigkeit, die richtige Entscheidung zu treffen. […] Da würde ich schon sagen, dass es eine Qualitätssache ist. Weil wir müssen die Tore ja machen", erklärte Mittelfeldakteur Paul Seguin nach dem Duell an den Mikrofonen der Journalisten. Nun scheint der angestrebte Weg ins Oberhaus des deutschen Fußballs abermals verbaut, die Konkurrenz auf den vorderen Plätzen enteilt. Nach fünf ungeschlagenen Pflichtspielen in Folge hat „die alte Dame“ also erstmals wieder verloren. Der Ärger war groß, die Saison wurde deswegen aber noch nicht für beendet erklärt. Die Flinte ins Korn werfen? Das gibt es bei den Blau-Weißen nicht. „Trotzdem haben wir noch Ziele. Der Trainer hat es gesagt, es gibt ein, zwei Mannschaften, die man theoretisch noch einholen kann - und es wäre eine schöne Sache, wenn wir noch jemanden einfangen könnten“, ließ Stürmer Luca Schuler verlauten.

Letzte Begegnung

Im Hinrundenspiel gegen Hertha BSC zeigte die Eintracht von Beginn an eine mutige und engagierte Leistung. Die Löwen standen kompakt, pressten hoch und ließen die Berliner lange kaum zu gefährlichen Abschlüssen kommen. Die beste Chance der ersten Halbzeit hatte Patrick Nkoa nach einem Freistoß von Sven Köhler, sein Kopfball verfehlte das Tor jedoch knapp. Auch offensiv setzte die Eintracht immer wieder Nadelstiche. Vor allem über Ballgewinne und schnelles Umschalten kamen die Blau-Gelben zu Möglichkeiten, unter anderem durch Sidi Sané und Chris Conteh. Auf der anderen Seite blieb Hertha vor allem dann gefährlich, wenn Fabian Reese Tempo aufnehmen konnte. Trotzdem ging es nach einer intensiven ersten Hälfte torlos in die Pause. Nach dem Seitenwechsel fiel die Entscheidung dann durch einen Kopfballtreffer von Marten Winkler nach einer Flanke von Reese. In der Folge erhöhte Hertha den Druck, während die Eintracht kämpferisch dagegenhielt und weiter auf den Ausgleich drängte. Besonders bitter: Ein möglicher Handelfmeter für die Löwen wurde nach VAR-Prüfung zurückgenommen. Trotz engagierter Schlussphase blieb die Eintracht ohne Treffer und musste sich am Ende im Flutlicht des Olympiastadions knapp mit 0:1 geschlagen geben.