Ein letzter Schritt
Die SG Dynamo Dresden in der Vorschau
Dem Ziel so nah! Punktet der Gegner aus Elbflorenz bei der Eintracht können die Schwarz-Gelben für die kommende Saison in der 2. Bundesliga planen. Der Aufsteiger hat sich mit einer starken Rückrunde in eine gute Ausgangslage gebracht. Wir werfen in unserer Vorschau einen Blick auf die Gäste aus Sachsen.
Wissenswertes
- Hart aber fair: Dynamo Dresden zählt zu den fairsten Teams der Liga und begeht vergleichsweise wenige Fouls. Nur 333 sind der geringste Wert aller Zweitligisten. Zudem kassierten die Dresdner mit nur 54 Verwarnungen die wenigsten Gelben Karten.
- Chancen, aber keine großen: Dynamo lässt die elftmeisten Torschüsse der Liga zu (449). Damit sind sie gleich vier Plätze hinter der Eintracht im ligaweiten Vergleich. Dafür kommen die Gegner nicht frei zum Schuss. Dresden hat in der 2. Bundesliga nämlich bisher die wenigsten Großchancen zugelassen (nur 33).
- Spielstarke Sachsen: Die SGD gehört zu den Mannschaften, die die meisten Tore aus dem laufenden Spiel erzielt haben. Insgesamt können in dieser Kategorie ganze 40 Treffer verzeichnet werden. Das bedeutet in dem Ranking der 2. Bundesliga Platz vier.
Unter Beobachtung
- Vincent Vermeij: Der Top-Torjäger der Dresdner ist nicht nur torgefährlich, sondern machte seine bisher neun Treffer auch aus unwahrscheinlichen Situationen. Denn laut des Expected-Goals-Wert hat der Niederländer gleich 3,5 Tore mehr im Kasten untergebracht, als nach dem errechneten Wahrscheinlichkeitswert zu erwarten war.
- Jakob Lemmer: Der Mann, der bei der SGD am meisten den Abschluss sucht (54 Torschüsse). Auffällig dabei: Nur 24 davon waren von innerhalb des Strafraums. Lemmer versucht sein Glück also vermehrt aus der Distanz. Zudem geht er von allen Akteuren der beiden Mannschaften am meisten ins Dribbling (51-mal bisher).
- Stefan Kutschke: Beim Zweitliga-Heimspiel im Oktober 2016 drehte der 37-Jährige einen 0:2-Rückstand gegen die Eintracht mit drei Treffern innerhalb von nur zwölf Minuten noch in einen 3:2-Sieg – seine Tore fielen zwischen der 69. und 81. Minute. Nun beendet der Mittelstürmer und gebürtige Dresdner im Sommer seine Karriere. Sein letztes Auswärtsspiel macht er also vermutlich an der Oker.
Die Lage
Dynamo Dresden geht mit viel Rückenwind in die entscheidende Saisonphase. Der 1:0-Heimsieg gegen den 1. FC Kaiserslautern am vergangenen Spieltag war ein enorm wichtiger Schritt im Abstiegskampf und brachte die Sachsen in eine komfortablere Ausgangsposition. Dabei zeigte die Mannschaft vor allem eine reife und geduldige Leistung. Über weite Strecken kontrollierte Dynamo das Spiel, ließ defensiv wenig zu und erspielte sich zahlreiche Chancen, hatte jedoch lange Probleme mit der Effizienz. Erst in der zweiten Halbzeit belohnte sich das Team: Vincent Vermeij erzielte nach Vorarbeit von Alexander Rossipal das entscheidende Tor. Auffällig war vor allem die starke Leistung von Ben Bobzien, der als Aktivposten immer wieder für Gefahr sorgte und maßgeblich an der Entstehung des Siegtreffers beteiligt war. Gleichzeitig präsentierte sich Dresden defensiv stabil und ließ nach der Führung kaum noch zwingende Aktionen des Gegners zu. Die Entwicklung der vergangenen Monate ist bemerkenswert: Nach einer schwachen Hinrunde und lediglich 13 Punkten hat sich Dynamo in der Rückrunde deutlich gesteigert und gehört aktuell zu den formstärksten Teams der Liga. 13 Punkte aus den vergangenen fünf Spielen unterstreichen den Aufwärtstrend. Trotz der deutlich verbesserten Ausgangslage bleibt der Fokus intern klar. Spieler und Trainer betonen übereinstimmend, dass der Klassenerhalt rechnerisch noch nicht gesichert ist. Entsprechend wird die Partie bei der Eintracht als Schlüsselspiel betrachtet. Ein Zähler in Braunschweig reicht, um auch für die kommende Saison in der 2. Bundesliga planen zu können. Die Marschroute ist klar: Defensive Stabilität als Basis, gepaart mit gezielten Offensivaktionen. Nach dem 1:3-Rückschlag in Düsseldorf zeigte die Mannschaft gegen Kaiserslautern die richtige Reaktion und bewies, dass sie auch mit Drucksituationen umgehen kann. Vor dem direkten Duell mit den Löwen gilt daher: Dynamo ist aktuell stabil, formstark und selbstbewusst, aber eben auch weiterhin voll im Abstiegskampf-Modus. Genau diese Mischung macht die Sachsen zu einem unangenehmen und schwer zu bespielenden Gegner. Es wird die erste Begegnung der beiden Teams im EINTRACHT-STADION seit 2018.
Letzte Begegnung
Die Eintracht feierte kurz vor Weihnachten Anfang Dezember 2025 bei Dynamo Dresden einen emotionalen 3:2-Auswärtssieg und blieb damit im dritten Spiel in Folge ungeschlagen. Die Löwen erwischten einen Traumstart in die Partie und setzten die Gastgeber früh unter Druck. Nach einem starken Zuspiel von Leon Bell Bell blieb Christian Conteh vor dem Tor eiskalt und lupfte den Ball sehenswert zur frühen Führung ins Netz (7'). Die Blau-Gelben blieben danach klar tonangebend und erspielten sich weitere Chancen. Erneut war es Conteh, der nach starker Vorarbeit von Kevin Ehlers seine enorme Form unter Beweis stellte und mit seinem zweiten Treffer des Tages auf 2:0 erhöhte (21'). Die Eintracht hatte das Spiel bis zur Pause klar im Griff und hätte die Führung sogar noch weiter ausbauen können. Mehrfach fehlte nur wenig zum dritten Treffer, während Dresden offensiv kaum zur Entfaltung kam. Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Gastgeber allerdings den Druck und kamen innerhalb weniger Minuten zum Ausgleich. Zunächst verkürzte Dresden nach einem Abpraller, ehe kurz darauf auch das 2:2 fiel (54'/56'). Die Partie war damit plötzlich komplett offen. Doch die Löwen zeigten Moral, ließen sich von den bitteren Minuten nicht aus dem Konzept bringen und kämpften sich zurück ins Spiel. Nach einem clever ausgeführten Freistoß und starker Vorarbeit von Sidi Sané war es schließlich Patrick Nkoa, der den Ball zur erneuten Führung über die Linie drückte (78'). In der Schlussphase warf Dresden noch einmal alles nach vorne, doch die Eintracht verteidigte leidenschaftlich. Zudem bewahrte Ron-Thorben Hoffmann die Blau-Gelben mit einer starken Parade kurz vor Schluss vor dem Ausgleich. Am Ende stand ein intensiver und verdienter Auswärtssieg für die Löwen, die vor allem in der ersten Halbzeit mit mutigem Offensivfußball überzeugten und sich für eine kämpferisch starke Leistung belohnten.
Foto: DFL/Getty Images/Oliver Hardt