Eintracht Braunschweig startet Kooperation mit der Gedenkstätte Bergen-Belsen
Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte wird zu einer ganzheitlichen Kooperation ausgeweitet
Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit. Rund um diesen Tag gedenkt der Deutsche Profifußball mit der Initiative „Nie wieder“ der im Nationalsozialismus verfolgten, deportierten und ermordeten Menschen.
Nachdem eine Vielzahl der Mitarbeitenden von Eintracht Braunschweig im Rahmen des „!NieWieder – Erinnerungsspieltag im deutschen Profifußball“ im Januar 2025 die Gedenkstätte des ehemaligen Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagers Bergen-Belsen besuchte, wird die Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte nun zu einer ganzheitlichen Kooperation ausgeweitet. Diese soll ein zentraler Bestandteil des gesellschaftlichen Engagements des Vereins im Einsatz gegen Diskriminierung bilden.
Mit der Kooperation sollen die vereinseigenen Werte Toleranz, Respekt und Vielfalt nachhaltig gefördert werden - sowohl innerhalb der Teams und der Belegschaft als auch unter den Fans und in der Gesellschaft. Zugleich möchte Eintracht Braunschweig so einen aktiven Beitrag zu einer lebendigen Erinnerungskultur leisten - mit dem klaren Bekenntnis, dass die Geschichte nicht vergessen werden und sich nicht wiederholen darf.
Die Gedenkstätte Bergen-Belsen befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagers und ist heute ein national und international bedeutender Ort des Gedenkens, des Lernens und der historisch-politischen Bildung.
Das Bildungsangebot der Gedenkstätte zum Thema Sport bietet Besuchenden die Möglichkeit die spezifischen Verknüpfungen vom Nationalsozialismus zum Sport sowie zur Geschichte des Gedenkortes Bergen-Belsen zu verstehen. Zusätzlich setzen sich die Teilnehmenden mit Fragen der Relevanz der Vergangenheit für den Sportalltag und die Erinnerungskultur heute auseinander, reflektieren Kontinuitäten und gegenwärtige verbindende, aber auch ausgrenzende Kräfte im Sport.
Die Umsetzung der Kooperation umfasst insbesondere
- regelmäßige Gedenkstättenfahrten
- die Entwicklung von Lern- und Bildungsformaten für Schulen
- sowie die aktive Einbindung der Gedenkstätte in die jährlichen Erinnerungsspieltage.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Nachwuchsarbeit: Jeder Jahrgang des Nachwuchsleistungszentrums wird beim Übergang in die U17 an einem zweitägigen Workshop in Kooperation mit der Gedenkstätte teilnehmen. Darüber hinaus werden regelmäßig Fahrten für Fans und Vereinsmitglieder angeboten, bei denen auch gezielt Bezüge zur Geschichte von Eintracht Braunschweig hergestellt werden. Zusätzlich wird der Verein seine regionale Reichweite nutzen, um gemeinsam mit der Gedenkstätte zielgruppenspezifische Bildungsangebote für Partnerschulen und -vereine zu entwickeln – und die Themen der Gedenkstätte noch stärker in die Öffentlichkeit zu tragen.
„Mit dieser Kooperation setzen wir ein klares Zeichen für eine lebendige und engagierte Erinnerungskultur und tragen unsere Werte in der Gesellschaft weiter. So finden wir einen weiteren Weg unseren Beitrag zu leisten, um Hass, Diskriminierung und Intoleranz entgegenzutreten“, betont Wolfram Benz.
Zur Geschichte der Gedenkstätte
Die Gedenkstätte Bergen-Belsen liegt etwa 80 Kilometer nordwestlich von Braunschweig. Während des Zweiten Weltkrieges bestand hier ein Kriegsgefangenenlager der Wehrmacht. Die meisten der etwa 20 000 Opfer waren sowjetische Kriegsgefangene. 1943 richtete die SS auf einem Teil des Geländes ein Konzentrationslager ein. Hier starben mindestens 52 000 Männer, Frauen und Kinder, die meisten in den letzten Kriegsmonaten. Am 15. April 1945 wurde das Lager durch britische Soldaten befreit.
Heute ist Bergen-Belsen ein internationaler Gedenkort und zugleich Bildungs- und Forschungsstätte mit Dauerausstellung, Archiv, Bibliothek und einem breit gefächerten Lern- und Vermittlungsangebot.