125 Jahre Eintracht Braunschweig

Meyer: "Ich ziehe den Hut vor meiner Mannschaft"

Die Stimmen zum ersten Saisonsieg

Die Löwen holen den ersten Sieg! In einer umkämpften Partie treffen Kaufmann und Proschwitz für Blau-Gelb. Auch ansonten blieb das Spiel mit zwei Fast-50-Metern-Toren von Felix Kroos und einem unglücklichen Platzverweis nicht ereignissarm. Die Stimmen zum Spiel.

Daniel Meyer:
"Ich bin sehr zufrieden, weil das heute ein kompliziertes Spiel war. In der ersten Viertelstunde haben wir noch die Nachwirkungen von der Derbyniederlage gespürt. Wir wollten die Dinge spielerisch lösen und haben uns dann selber in Schwierigkeiten gebracht, weil wir es zu kompliziert gespielt haben. Witzigerweise haben wir in der Halbzeit besprochen, keine Rückpässe zum Torwart zu spielen, um den Gegner nicht in unser Drittel zu holen. So entsteht dann aber die rote Karte. Was die nervliche Stabilität und Mentalität angeht, muss ich den Hut vor meiner Mannschaft ziehen. Die Jungs haben die Rückschläge gut weggesteckt, die Führung gemacht und den Sieg dann nach Hause gefightet. Dabei waren vor allem die Fans ein wichtiger Faktor, die uns durch die schwierigen Phasen getragen haben. Wir konnten heute für unsere Art Fußball zu spielen das nötige Selbstvertrauen tanken. Ich freue mich für Nick Proschwitz, der immer besser in Form kommt. Er war Zweitligatorschützenkönig und weiß wo das Tor steht. Aktuell ist er in einer Topverfassung."

Martin Kobylanski:
"Das Spiel war aufregend und nichts für schwache Nerven. Ich glaube, wenn man so eine Mentalität auf den Rasen bringt, wie wir es heute getan haben, dann kannst du nur als Sieger vom Platz gehen. Wir haben auch nach dem Platzverweis Moral gezeigt und wollten den ersten Dreier einfahren. Wir haben die Niederlage in Hannover gut weggesteckt, natürlich kann man das nicht ganz kompensieren, weil es das Derby war. Wir wollen Schritt für Schritt in die richtige Richtung gehen, das war heute ein guter Anfang."

Fabio Kaufmann:
"Das Gefühl mit der Mannschaft den ersten Sieg zu feiern, überwiegt. So eine Partie habe ich so auch noch nicht erlebt. Ich freue mich, dass ich meinen Teil zum Erfolg beitragen konnte. Das ganze Team hat heute dazu beigetragen, dass wir in der Kabine etwas feiern konnten. Das haben wir uns verdient. Heute war eine Truppe auf dem Platz, die über 90 Minuten an den Sieg geglaubt hat und sich auch durch mehrere Nackenschläge nicht von diesem Weg hat abbringen lassen. Wir haben mit den Zuschauern im Rücken einen richtigen Fight geliefert. Das war ein Schritt in die richtige Richtung und lässt hoffen, dass wir so weitermachen."

Thomas Reis:
"Glückwunsch an Daniel und seine Mannschaft. Wir haben ein Spiel gesehen, wo wir in der ersten Viertelstunde ganz gut reingekommen sind. Wir wollten den Gegner unter Druck setzen, weil sie dann mit langen Bällen agieren mussten. Das ist uns in der frühen Phase ganz gut gelungen. Dann gehen wir verdientermaßen in Führung. In der Folge konnten die Braunschweiger die ein oder andere Kontersituation setzen, wovon dann eine mit dem 1:1 abgeschlossen wurde. Nach der Pause machen wir den Gegner stark, weil wir unsaubere Pässe gespielt haben. Dann kommt es zu der kuriosen roten Karte, die ich selber nicht richtig gesehen habe, sondern nur die Bilder im Nachhinein. Wir wollten faire Sportsmänner sein und haben versucht den Schiedsrichter umzustimmen. Ich glaube, dass es keine Absicht war von Silvere Ganvoula dort durchzulaufen. Das einzige, was wir machen konnten, war den Freistoß zu den Braunschweiger zu spielen. Direkt im Anschluss geht die Eintracht dann in Führung. Ich bin maßlos enttäuscht wie wir die Überzahl ausgespielt haben. Im Großen und Ganzen war der Sieg von Braunschweig nicht unverdient. Wir müssen mit der Niederlage nach Hause fahren und bereiten uns auf das nächste Spiel vor."

Foto: Agentur Hübner