Kornetka: "Angst ist kein guter Berater"

Die Pressekonferenz vor dem 33. Spieltag gegen Dresden

Zwei Spiele noch in der regulären Saison! Die Löwen empfangen am kommenden Samstag um 13 Uhr die SG Dynamo Dresden zu einem sprichwörtlichen Sechs-Punkte-Spiel. Der Gegner aus Sachsen ist dem Klassenerhalt nahe, für die Eintracht entscheidet sich der Kampf um den Ligaverbleib definitiv erst am letzten Spieltag. Ein Sieg gegen Dynamo würde die Vorzeichen deutlich verbessern und die Chancen erhöhen. Auf der Pressekonferenz sprach Cheftrainer Lars Kornetka unter anderem über…

…das Personal:

Lars Kornetka: “Die Situation sieht wie folgt aus: Patrick Nkoa ist nach wie vor in der Reha, genauso Anas Bakhat. Es wird bei beiden für die restlichen Spiele nichts mehr. Ähnlich ist es bei Sidi Sané, der eigentlich auf einem guten Weg der Rückführung war, aber da ist die muskuläre Verletzung wieder aufgegangen. Er wird uns ebenfalls für beide Partien nicht zur Verfügung stehen. Wir hoffen, dass er in der Vorbereitung zur neuen Saison wieder voll am Start sein wird. Aaron Opoku hat sich extern eine Expertenmeinung eingeholt und ist ziemlich zuversichtlich zurückgekehrt. Da werden wir morgen mal schauen, ob wir ihn schon wieder ins Training integrieren können. Robin Heußer fehlt mit seiner fünften Gelben Karte.”

…das Kiel-Spiel und seine Folgen:

Kornetka: “Die Jungs waren sehr enttäuscht. Das hat man auch sinnbildlich an den hängenden Köpfen nach dem Schlusspfiff gesehen. Wir sind mit hohen Erwartungen in das Spiel gegangen und hatten uns gut vorbereitet. Die Spannung war da. Der Spielverlauf war ja am Anfang gar nicht so schlecht und dann kriegen wir trotzdem ein Gegentor aus einer Situation, die nicht nur mich, sondern vor allem auch die Jungs maßlos geärgert hat, weil es überhaupt nicht unser Spiel ist, so tief und passiv zu stehen. Es ist noch ärgerlicher, dass uns diese Begegnung in dieser heißen Phase der Saison passiert, wo man einfach nichts wieder gut machen kann. Die Punkte sind weg, da gibt es nichts, was wir zurückholen können. So mussten wir schnell den Umschwung hinkriegen in Richtung Zielorientierung. Wir müssen Ziele erreichen und müssen punkten. Da haben wir uns in dieser Woche sowohl körperlich, fußballtechnisch als auch mental drauf vorbereitet. Zum einen haben wir analysiert, was wir besser machen müssen. Das gehört aber zum täglichen Brot dazu. Darüber hinaus haben wir noch an ein paar Stellschrauben gedreht, die meiner Meinung nach wichtig sind, um uns mental darauf vorzubereiten, was wir können und was wir auch abliefern müssen.”

…den Druck in der Situation:

Kornetka: “Es ist für mich klar in meinem Bewusstsein, dass sich der Druck nicht einfach auflöst. Die Frage ist, wie man mit Druck umgeht. Daran haben wir in dieser Woche gearbeitet, um uns klarzumachen, dass dieser nicht einfach weggeht, wenn wir ihn wegdenken und wegdiskutieren. Der Druck ist nach wie vor da. Er ist aber auch da, seitdem ich hier bin. Das war mir auch klar, als ich den Job angenommen habe. Ich sehe aber auch immer lösungsorientierte Möglichkeiten und die probiere ich den Jungs auch zu zeigen. Wir müssen ihn in vernünftige Kanäle leiten und dann einen Fußball auf den Platz bringen, der proaktiv, gut und stabil beim Verteidigen von Toren ist. Dazu soll er uns eigene Treffer ermöglichen und uns in Führung bringen. Der Druck soll die Mannschaft stark machen und sie an den richtigen Stellen auf dem Feld befeuern.”

…die Aufgaben im Kampf um den Klassenerhalt:

Kornetka: “Es geht darum, in Lösungen zu denken. Wir haben zu wenig Punkte. Das ist das Problem. Wir hätten sie gerne schon vorher gesammelt, um jetzt entspannter zu sein. Das haben wir nicht geschafft. Also brauchen wir eine Lösung. Die Lösung heißt: Fußball spielen. Auf eine Art und Weise, die dir drei Punkte einbringt, den Gegner kontrolliert und ihn möglichst weit weg vom eigenen Tor hält. So einfach ist das manchmal. Das ist die Hoffnung. Dass wir das können, haben wir gezeigt. Wir müssen es 90 oder 100 Minuten auf den Platz bringen und das Spiel auf unsere Seite ziehen. Dass die Jungs das wollen, das steht auch außer Frage. In Kiel haben sie selbst nach dem Rückstand weiter Gas gegeben und sich reingeschmissen. Das gibt uns einen klaren Glauben. Und eins will ich auch anmerken: Angst ist kein guter Berater. Wir müssen mutig sein und müssen daran glauben, dass wir das können. Das sind alles Jungs, die Erfahrung haben in der 2. Bundesliga.”

Die gesamte PK gibt es hier im Re-Live zu sehen!