125 Jahre Eintracht Braunschweig

Meyer: "Wir stellen uns auf einen harten Fight ein"

Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den VfL Bochum

Nach der Länderspielpause steht am kommenden Samstag das nächste Heimspiel für die Löwen an. Ab 13 Uhr empfängt die Blau-Gelben den VfL Bochum. Auf der Pressekonferenz vor der Begegnung sprachen Chef-Trainer Daniel Meyer und Torhüter Felix Dornebusch über...

... die Aufarbeitung der Derbyniederlage:
Meyer:
"Das 1:4 hat wehgetan und uns alle getroffen. Rein sportlich muss man anerkennen, dass der Qualitätsunterschied an dem Tag zu groß war. Alle Beteiligten hatten sich sehr viel vorgenommen und es hat am Ende nicht funktioniert. Es fühlte sich erstmals so an, dass wir nicht in der Lage waren, aus eigener Kraft ein Spiel für uns zu gestalten. Es war der denkbar schlechteste Zeitpunkt für so ein Erlebnis. So etwas abzuschütteln, ist eine Qualität und das ist unsere Aufgabe gegen Bochum."

... die Laufleistung in den ersten Spielen:
Meyer:
"Auch wenn das Thema am Anfang der Woche in den Medien aufkam, wir haben uns damit bereits zuvor beschäftigt. Die Leistungsdiagnostik in der vergangenen Woche hat gezeigt, dass die Spieler im athletischen Zustand kein Problem haben. Wir haben uns die Spiele einzeln angeschaut und haben festgestellt, dass wir gegen Heidenheim gegen die laufstärkste Mannschaft gespielt haben. Der FCH hat uns an dem Tag in allen athletischen Erreichen geschlagen, in Sprints, in intensiven Läufen und in der Anzahl der gelaufenen Kilometer. Trotzdem waren wir - bei allem Respekt - die bessere Mannschaft, haben nur das Spiel nicht gewonnen. Der Laufwert spiegelt nicht immer die Kräfteverhältnisse wieder. Gegen Kiel waren wir in allen Bereichen besser und haben als bisher einziges Team gegen die Störche einen Punkt geholt. Gegen Hannover waren wir im Bezug auf die Laufleistung schlechter. Viele Jungs waren dort in der Norm, wir hatten nur auf den Außen ein Problem, da haben wir zu wenig Wege gemacht. Das lag auch daran, dass wir wenig mutige Aktionen nach vorne hatten und häufig wieder zurückgespielt haben. Es ist kein athletisches Thema, sondern wir rufen auf einzelnen Positionen zu wenig ab und das summiert sich. Es war trotzdem eine interessante Erkenntnis und wir wollen das so auf Dauer nicht stehen lassen."

… die lange Pause zwischen den Pflichtspielen:
Meyer: "Nach der Derbyniederlage war es für uns bitter, dass es nicht sofort weiter ging. Das Spiel hat uns emotional begleitet. Die erste Woche nach der Partie war stimmungstechnisch etwas schwierig. Wir haben das große Ganze betrachtet und einen klaren Fahrplan erstellt, haben Abläufe verfestigt und auch ein, zwei Dinge umgestellt. In dieser Woche merkt man jeden Tag, dass die Anspannung wieder steigt und man sich auf das nächste Spiel freut."

… ihre Erwartungen an das Spiel gegen den VfL Bochum:
Meyer: "Der VfL hat eine schwierige Vorsaison hinter sich, in der er sich lange in einer Tabellenregion bewegt hat, in der er sich nicht sieht. Daraus haben die Verantwortlichen die richtigen Schlüsse gezogen und gute Transfers getätigt. Sie sind gut in die Saison gekommen, hatten aber auch ein dankbares Auftaktprogramm, obwohl es natürlich keine leichten Gegner in der 2. Bundesliga gibt. Trotzdem muss man auch da erstmal seine Hausaufgaben erfüllen. Wir erwarten eine Mannschaft mit klaren Strukturen und erfahrenen Spielern, besonders auf den zentralen Positionen. Zudem kommt das Team nach dem ersten Block vor der Länderspielpause mit dem nötigen Selbstbewusstsein im Rücken zu uns. Der Vorteil, gegen eine eingespielte Mannschaft zu spielen, ist, dass wir uns auf einige Dinge einstellen können. Wir stellen uns auf einen harten Fight ein. Wir werden mit allem was wir haben, dagegen halten und wollen ein richtig gutes Spiel machen." 

Dornebusch: "Partien gegen seinen Ex-Verein sind immer etwas Besonderes. Ich habe immer noch viel Kontakt zu den Jungs und dem Verein. Das würde es umso schöner machen, wenn wir drei Punkte holen. Bochum hat Selbstvertrauen und ist noch ungeschlagen. Wir werden am Wochenende eine wettbewerbsfähige Mannschaft auf dem Platz haben, mit der wir drei Punkte holen können. Ich gehe von einem offenen Spiel aus, in dem alles möglich ist, wenn wir unsere Hausaufgaben machen."

… die personelle Situation:
Meyer: "Mit Niko Kijewski und Leon Bürger haben wir zwei Ausfälle, die bereits bekannt sind. Hinzu kommt Iba May mit anhaltenden Knieproblemen. Bei Suleiman Abdullahi sieht es ähnlich aus. Er konnte die Woche über nicht mittrainieren. Bei beiden müssen wir schauen, was die Untersuchungen ergeben. Dann haben wir noch drei weitere Fragezeichen: Felix Kroos, Marcel Bär und Leandro Putaro haben muskuläre Probleme. Wenn es der letzte Spieltag wäre, an dem es um alles geht, würden wir sie auf jeden Fall spielen lassen. In der jetzigen Situation müssen wir allerdings Überlegern, wie groß das Risiko ist. Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Patrick Kammerbauer ist wieder voll dabei, trainiert ohne Schiene, ist voll bewegungsfähig und steht uns zur Verfügung." 

… die Konkurrenzsituation im Kader:
Meyer: "Insgesamt haben wir eine gute Konkurrenzsituation im Kader, es gibt nicht die zwölf, dreizehn Spieler, die über allem stehen. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, zu Beginn nicht zu viel zu rotieren, um die Stabilität vielleicht in der neu zusammengestellte Mannschaft auch etwas künstlich herzustellen. Im Training gibt es aber einige, die Morgenluft wittern und sich zeigen. Es gab zum Ende der vergangenen Woche ein sehr umkämpftes internes Testspiel, in dem sich die vermeintliche B-Elf mit allem gewehrt hat und sich zeigen wollte. Es tut uns gut, wenn wir uns gegenseitig fordern und wir eine hohe Intensität im Training haben." 

… die fehlende Euphorie und Stimmung im Stadion:
Meyer: "Neben den fehlenden Fans sind wir auch nicht der klassische Aufsteiger, der im Vorjahr alles überflügelt hat und mit zwei, drei Neuzugängen in die neue Saison startet. Wir haben den Kader auf Links gedreht und sind daher nicht die Aufstiegsmannschaft mit der breiten Brust. Erschwerend kommt hinzu, dass wir die Unterstützung von außen nicht so stark mitbekommen können. Trotzdem haben wir im Heimspiel einen Unterschied gespürt, als endlich wieder Zuschauer dabei waren. Unser Fokus liegt auf unserem Spiel, aber natürlich ist es eine extra Motivation, wenn die knapp 4.000 Fans uns pushen, und das nehmen wir gerne mit." 

Dornebusch: "Jeder weiß, dass besonders im EINTRACHT-STADION immer enorm Stimmung herrscht und dass der zwölfte Mann aktuell leider wegfällt bzw. nicht so da ist, wie wir uns alle das wünschen würden. Nichts desto trotz gilt das für alle Mannschaften, von daher liegt es an uns, das Ganze spielerisch zu lösen. Die Qualität haben wir, und das werden wir im Laufe der Saison auch zeigen." 

… die Sehnsucht nach einem Sieg:
Dornebusch: "Wir alle spielen, um zu gewinnen. Wenn du nicht gewinnst, fühlt es sich nicht gut an. Wir alle wollen wieder dieses Gefühl erleben, und es ist wichtig für unser Selbstvertrauen, dass wir wieder gewinnen. Wir haben die Möglichkeit dazu und ich bin davon überzeugt, dass wir am Samstag den ersten Sieg einfahren können." 

Fanfrage:

Die blau-gelbe Familie fragt: Hallo Felix erstmal ein willkommen bei uns in der Fussballverrückten Löwenstadt Braunschweig. Du bist jetzt einige Zeit bei uns wie ist dein Eindruck von der stadt, der eintracht und den Fans?

Dornebusch: "Die Pandemie macht es einem natürlich nicht leichter, aber ich habe mich in der Mannschaft gut eingelebt und habe eine Wohnung, die einigermaßen fertig bezogen ist. Die Stadt ist sehr schön und ist nicht zu groß oder zu klein. Ich fühle mich hier wirklich wohl."

Alle anderen Fanfragen wurden im Rahmen der PK bereits beantwortet.

Foto: Agentur Hübner