Modern mit analytischem Blick

Das ist Lars Kornetka

Ursprünglich wollte er nach dem Abitur einen anderen Weg einschlagen, doch über ein damals noch besonderes neues Jobangebot fand der heute 48-Jährige den Einstieg in den Profifußball, der ihn seit dem nicht mehr losgelassen hat. Bei der Eintracht will der gebürtiger Würseler nun endlich die ersten Erfahrungen als Chef an der Seitenlinie machen.

Geboren wurde Kornetka am 3. Januar 1978. Nach dem Abitur am Carolus-Magnus-Gymnasium in Übach-Palenberg hatte er eigentlich vor, als Journalist objektiv über den Sport zu berichten, den er so liebt. Er sammelte erste Erfahrungen bei regionalen Medien sowie später beim WDR, Premiere und DSF. Parallel spielte er in seiner Jugend Fußball für seinen Heimatverein SV Scherpenseel und stand bereits mit 17 Jahren in der ersten Mannschaft.

Der entscheidende Schritt in den Profifußball und damit zum Wechsel der Karriere folgte dann 2007, als er über den früheren Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters zur TSG Hoffenheim gelangte. Dort traf er auf seinen heutigen Kompagnon in der österreichischen Nationalmannschaft, Chefcoach Ralf Rangnick, der ihm eine Stelle als Videoanalyst anbot – eine Rolle, die es im deutschen Profifußball damals kaum gab. Kornetka sagte zu und gehörte damit zu den ersten Videoanalysten in der Bundesliga-Geschichte. Er arbeitete sich schnell zu einem wichtigen Mitglied im Trainerstab hoch. Von Rangnick und seinem Mentor Helmut Groß lernte er dabei wichtige Grundlagen der Spielanalyse und Trainingsarbeit.

Im Laufe seiner Karriere sammelte Kornetka gleich bei mehreren Spitzenklubs internationale Erfahrung. Er arbeitete unter anderem mit Trainern wie Pep Guardiola beim FC Bayern München sowie mit Roger Schmidt bei Bayer Leverkusen und der PSV Eindhoven zusammen. Außerdem blieb er über viele Jahre hinweg eng mit Rangnick verbunden, mit dem er auch zeitweise eine Beratungsagentur für Trainer und Vereine betrieb.

Im Trainerteam gilt Kornetka als Spezialist für das Spiel gegen den Ball, also für Defensivarbeit und Umschaltmomente. Er legt großen Wert auf taktische Organisation, Teamarbeit und kollektives Verteidigen. Neben seiner praktischen Erfahrung verfügt er seit Ende Januar dieses Jahres über die UEFA-Pro-Lizenz, der höchsten Trainerqualifikation im europäischen Fußball. Damit legte er den Grundstein für seine Cheftrainer-Karriere, die nun in Braunschweig offiziell beginnt. Bei der Eintracht bringt Kornetka seine langjährige Erfahrung aus Analyse, Taktik und internationaler Trainerarbeit ein und gilt als moderner Fußballfachmann mit einem analytischen Blick auf das Spiel.

Herzlich willkommen an der Oker, Lars!

Foto: IMAGO/GEPA pictures