Eintracht verliert im Revier mit 1:4

Keine Punkte für Blau-Gelb in Bochum

Die Eintracht unterliegt am 29. Spieltag mit 1:4 (0:2) an der Castroper Straße und verpasst so die Chance mit den Hausherren tabellarisch punktgleich zu ziehen. Nach einem guten Start in Halbzeit eins sorgte der Ex-Braunschweiger Gerrit Holtmann früh für einen Nackenschlag (13'). Kurz vor dem Pausenpfiff bestrafte der VfL die fehlende Effizienz der Eintracht in der Offensive durch Koji Miyoshi zum 0:2 (45'). In der zweiten Halbzeit unterbanden die Gastgeber ein Comeback und nutzten durch Alfa-Ruprecht (68') und einen Elfmeter von Philipp Hofmann zwei ihrer Chancen zu weiteren Treffern. Das zwischenzeitliche 1:3 von Lino Tempelmann änderte leider nichts mehr am Spielverlauf (84').

Ausgangslage:

Es war bereits vor Anpfiff eine spannende Ausgangslage für beide Teams. Die Eintracht hatte drei Punkte weniger auf dem Konto und war aufgrund der Ergebnisse der Konkurrenz vorläufig auf Rang 16 abgerutscht. Mit einem Sieg wäre jedoch ein Sprung bis auf Platz elf möglich gewesen. Gleichzeitig hätte ein Dreier an der Castroper Straße bedeutet, den heutigen Gastgeber VfL Bochum zu überholen. 
Mit einem Heimsieg hätte sich der VfL etwas Luft im Abstiegskampf verschaffen können, bei einer Niederlage wäre man hingegen wieder mittendrin gewesen.

Aufstellung:

Zwei Änderungen nahm Cheftrainer Lars Kornetka gegenüber dem 1:1-Remis in der Vorwoche gegen den 1. FC Nürnberg vor. Sidi Sane musste die Partie gegen den Club mit einer Muskelverletzung im Oberschenkel vorzeitig beenden und fällt deswegen auch heute aus. Zudem rotierte Grant-Leon Ranos auf die Bank. Dafür starteten die Angreifer Jovan Mijatovic und Erencan Yardimci. Für Yardimci ist es die erste Startelfnominierung unter Kornetka.
Interessant: Alle drei Ex-Einträchtler, die beim VfL Bochum unter Vertrag stehen, standen bei den Hausherren in der Anfangsformation. Gemeint sind Philipp Strompf, Gerrit Holtmann und Philipp Hofmann. 

Die Partie:

Eine Anlaufphase oder ein Abtasten war an der Castroper Straße von Beginn an überhaupt nicht zu spüren. Insbesondere die Löwen kamen aktiv ins Spiel und verzeichneten schon nach 21 Sekunden Abschluss Nummer eins. Doch Mehmet Can Aydin rutschte der Versuch etwas über den Schlappen. Auch danach startete Blau-Gelb zwei, drei weitere Angriffe, die im Ansatz durchaus gefährlich wurden, auch wenn die klaren Abschlüsse ausblieben. Nach elf Minuten dann erstmals der VfL, doch Francis Onyeka traf das Leder im Sechzehner nicht richtig und verzog. In diesem Moment hatte die Kornetka-Elf etwas Glück, welches nur zwei Minuten später fehlte. Einen langen Schlag der Hausherren verteidigte Aydin nur unzureichend. Stattdessen kam Philipp Hoffmann am Sechzehner an den Ball, der wiederum das Auge für den startenden Gerrit Holtmann bewies. Im Strafraum versierte der Ex-Löwe das lange Eck an und traf zur VfL-Führung - Thorben Hoffmann blieb hier ohne Chance (13'). Einen Knick verpasste das den Löwen nicht, ein berechtigter Elfmeterpfiff beim Duell Noah Loosli gegen Jovan Mijatovic blieb jedoch aus - trotz VAR-Check (16'). Minuten drauf glich Fabio Di Michele Sanchez um ein Haar aus, doch seine abgefälschte Flanke landete nur am Außennetz (25'). Die Partie wurde zunehmend wilder, weil beide Teams aktiv den Weg nach vorne suchten. Es war aber der Gastgeber, der nach einer halben Stunde erhöhte. Auf der linken Bahn blieb Maximilian Wittek Sieger, seine Flanke verwerte Hofmann im Strafraum gekonnt. Doch zuvor foulte Mats Pannewig Max Marie - der VAR kassierte den Treffer zurecht wieder ein. 
Das Duell nahm sich null Auszeiten. Erst konterte der VfL stark und vergab dann in aussichtsreicher Position in Person von Koji Miyoshi den zweiten Treffer, ehe Mijatovic einen Freistoß an den Pfosten knallte (35' und 37'). Ein Kopfballversuch von Hofmann war in dieser Phase verhältnismäßig unspektakulär (40') und Holtmanns Schuss wenige Sekunden später leichte Beute für Hoffmann (41'). Wer dachte, mit dem knappen 0:1 aus Eintracht-Sicht geht es in die Kabine, sah sich getäuscht, denn Bochum legte nach. Die Hausherren holten sich auf der rechten Seite den zweiten Ball und blieben dann auch Sieger im Zweikampf am Sechzehner. Schlussendlich legte Miyoshi den Ball in die rechte obere Torecke - erneut nichts zu machen für Hoffmann (45'+5). Extrem bitterer Zeitpunkt, zudem begegnete die Eintracht dem VfL in der gesamten Halbzeit auf Augenhöhe. 

Kornetka reagierte auf das 0:2 und brachte direkt zu Beginn der zweiten Hälfte Lino Tempelmann ins Spiel, dafür blieb der umtriebige Yardimici in der Kabine. Doch fast wäre mit dem 0:3 wohl der Stecker gezogen wurden, doch nach einem Konter chippte Holtmann frei vor Hoffmann das Leder neben den Pfosten und nicht ins Tor (50'). Kurz drauf schlenzte Hofmann am lenken Eck vorbei (51'). Damit nicht genug zum Auftakt: Heußers Versuch ging nur knapp vorbei, dann scheiterte Holtmann am alles riskierenden Hoffmann (52' und 53'). Bei der Aktion verletzte sich der starke Holtmann jedoch am Nacken, für ihn ging es nicht mehr weiter. Nun veränderte sich das Bild auf dem Rasen etwas, die Eintracht schob an und suchte nach Lücken, fand aber in der kompakten VfL-Defensive aber keine. Statt des Anschlusstreffers flog den Löwen ein langer Ball um die Ohren. Nach Vorlage von Callum Marshall traf so Farid Alfa-Ruprecht frei vor Hoffmann zum 3:0 (68'). Mit dieser großen Hypothek im Rücken zog sich der VfL nun etwas zurück und überließ dem BTSV den Ball. Doch bis auf ein Schuss von Aydin, der aber zu zentral kam und für Timo Horn kein Problem darstellte (73'), passierte bis in die Schlussphase aber nichts nennenswertes vor dem Tor beider Teams. Doch in Minute 84 brachte Lino Tempelmann die Eintracht auf die Anzeigetafel. Ein Versuch von Florian Flick wurde im Sechzehner geblockt, doch der Ball blieb dort. Im Gewühle traf der Comebacker von letzter Woche zum 1:3. Doch leider war das noch nicht das Ende eines Nachmittags zum Vergessen. In der Nachspielzeit rutschte Leon Bell Bell im eigenen Sechzehner aus und legte dadurch Bochums Marshall. Schiedsrichter Haslberger zeigte sofort auf den Punkt. Den fälligen Strafstoß verwandelte Philipp Hofmann wuchtig in die rechte Ecke und ließ Thorben Hoffmann keine Chance. Es war der Endpunkt eines enttäuschenden Nachmittags für Blau-Gelb an der Castroper Straße.

Kommende Woche empfängt die Eintracht die Alte Dame aus Berlin. Gespielt wird am Sonntag um 13.30 Uhr im EINTRACHT-STADION. Hier geht es zum Ticketshop.

Das Spiel im Stenogramm:

VfL Bochum
Horn – Strompf, Olsen, Holtmann (55' Alfa-Ruprecht), Bero (C), Loosli, Onyeka (61' Marshall), Miyoshi, Pannewig (46' Lenz), Wittek, Hofmann.

Eintracht
Hoffmann (C) – Hoti, Flick, Aydin, Yardimci (46' Tempelmann), Mijatovic, Marie (67' Bakhat), Ehlers, Di Michele Sánchez (67' Bell Bell), Heußer (74' Ranos), Gómez.

Tore:
1:0 Holtmann (13')
2:0 Miyoshi (45')
3:0 Alfa-Ruprecht (68')
3:1 Tempelmann (84')
4:1 Hofmann (90'+5)

Gelbe Karten:
Pannewig, Strompf, Miyoshi, Bero, Olsen / Mijatovic, Di Michele Sánchez

Schiedsrichter:
Wolfgang Haslberger

Zuschauer im Vonovia Ruhrstadion:
26.000 (davon 2.700 Eintracht-Fans)