Löwen unterliegen im 184. Derby
Eintracht verliert knapp mit 0:1 in der Heinz von Heiden Arena
Bitter! Die Löwen machen am 27. Spieltag beim Gastspiel an der Leine über 90 Minuten ein gutes Spiel, können sich aber nicht belohnen und verlieren so knapp mit 0:1 (0:1). Ein Kopfball von Hannovers Verteidiger Maik Nawrocki brachte die Eintracht in der 30. Minute in Rückstand. Vor allem im zweiten Durchgang entwickelte sich in den Schlussminuten ein Schlagabtausch, den die Blau-Gelben aber nicht nutzen konnten. Gleich mehrere verpasste Gelegenheiten kosten einen verdienten Punkt in Hannover.
Die Lage:
Im Crashkurs lernte Neu-Trainer Lars Kornetka seine neue Mannschaft in der vergangenen Woche kennen und holte nur wenige Tage nach Amtsübernahme einen wichtigen wie überzeugenden Heimsieg gegen Fortuna Düsseldorf. Das hat den Löwen nicht nur gute Laune, sondern auch ein bisschen Luft im Abstiegskampf geschafft. Vor Anpfiff lag die Eintracht auf Rang 13 und insgesamt drei Zähler über dem Relegationsrang. In den vergangenen Tagen feilten Trainerteam und Mannschaft weiter am Kennenlernprozess und versuchten, viel Inhalt in die Trainingswoche zu legen.
Die Gastgeber aus Hannover sind eines der Spitzenteams der Liga und weiterhin Aufstiegskandidat. Zuletzt gelang nach 0:2-Rückstand auf Schalke noch ein Last-Minute-Punktgewinn bei den Königsblauen.
Die Aufstellungen:
Cheftrainer Kornetka erinnerte sich wohl an seine zwei überzeugenden Wechsel in der Vorwoche, als er zur Halbzeit Grant-Leon Ranos und Jovan Mijatovic für Aaron Opoku und Erencan Yardimci einwechselte. Beide Joker erhielten im heutigen Derby den Vorzug und starteten. Ansonsten verzichtete der Löwen-Coach auf Änderungen in seiner Startelf. Im Kader stand zudem Sidney Raebiger, dafür stand Hugo Luis Afonso nicht im Aufgebot.
Die Partie:
Die Hausherren kamen druckvoll ins Spiel und hatten nach nur drei Minuten die erste Top-Chance des Spiels. Eine langgezogene Ecke legte Stefan Thordarson per Kopf in die Mitte. Dort nahm Benedikt Pichler das Leder direkt, doch Thorben Hoffmann im Tor der Löwen verhinderte den frühen Rückstand stark. Auch in den Folgeminuten waren die Hannoveraner das aktivere Team, doch entweder kam der Ball nicht in die gefährliche Zone oder die Löwen waren rechtzeitig zur Stelle. Die Eintracht war um Beruhigung bemüht und schaffte es auch, die Partie weg vom Tor zu verlagern. Nach 25 Minuten meldete sich Blau-Gelb dann auch erstmals an, doch der Drehschuss von Jovan Mijatovic ging am Tor vorbei. In dieser Phase machte es die Eintracht eigentlich sehr ordentlich, geriet dann jedoch in Rückstand. Bei einem schnell ausführten Einwurf sind die Löwen unsortiert und können so die Flanke von Thordarson nicht verhindern. In der Mitte hatte dann Maik Nawocki zu viel Platz und köpfte in die Maschen ein (30'). Bitter, denn die Eintracht war defensiv mit Ausnahme der Anfangsphase sehr konzentriert. Aber die Körpersprache passte, die Elf war um eine schnelle Antwort bemüht. Erst wurde Johan Gomez jedoch geblockt, dann ging ein Distanzkracher von Florian Flick knapp am linken Eck vorbei (38') - und auch Mijatovic' Versuch aus rund 20 Metern war ordentlich (39'). Und die Kornetka-Elf blieb dran. Nach einem Ballgewinn trieb Max Marie den Ball zunächst, ehe das Leder zu Fabio Di Michele Sanchez ging. Dessen Hereingabe verwertete Gomez im Strafraum erst stark, um dann doch noch verteidigt zu werden. Beim zweiten Ball kam Robin Heußer dann zu spät - so war die Chance vertan (42'). Und so blieb es trotz ansprechender Leistung zum Pausenpfiff beim knappen Rückstand.
Kurz nach Wiederanpfiff ruhte erstmal der Ball, denn eine massive Rauchentwicklung durch Pyrotechnik aus dem Heimbereich verhinderte die Sicht. Doch danach gab die Eintracht den Ton an. Mijatovic hatte die große Chance auf das 1:0, doch er scheiterte frei vor Keeper Nahuel Noll an dessen Parade (57'). Nur wenige Minuten später stand wieder Noll im Fokus, der erneut gegen Heußer klasse reagierte (61'). Der Ausgleich wäre verdient gewesen. Es blieb kurzweilig und intensiv, und auch Hannover zeigte sich mal wieder in der Offensive. Ein strammen Abschluss von Husseyn Chakroun parierte Hoffmann jedoch, den Abpraller klärte Ehlers aufmerksam (66'). Auf dem Rasen blieb es ausgeglichen, beide Teams probierten immer wieder, zu Abschlüssen zu kommen. Doch beide Defensivreihen knallten sich in die Zweikämpfe und verteidigten leidenschaftlich. Ein einem zunehmend wilderen Spiel blieben Chancen Mangelware, bis Aydin aus spitzem Winkel an Noll scheiterte (81'). Aufgrund der langen Unterbrechung zum Start der zweiten Halbzeit gab es dann ganze 14 Minuten obendrauf. Und die Crunchtime eröffnete Aydin erneut per Fernschuss, doch Noll fing den Ball sicher (90'+2). Danach ging es hin und her: Erst klärte Ehlers defensiv entscheidend gegen Oudenne (90'+4), dann hatte der eingewechselte Sidi Sané den Ausgleich im Zentrum auf dem Fuß. Doch der Angreifer schob die Kugel aus zentraler Position knapp rechts am Außenpfosten vorbei (90'+11). Die letzte Chance für die Eintracht, die danach nicht mehr zum Zug kam und sich vor allem für einen überzeugenden Auftritt in der zweiten Hälfte leider nicht mit einem Punkt belohnen konnte.
Nach diesem emotionalen und intensiven Derby geht es für die Eintracht zunächst in die Länderspielpause. Danach wartet dann das wichtige Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg am Ostersonntag, dem 5. April um 13.30 Uhr.
Das Spiel im Stenogramm:
Hannover
Noll - Ghita, Nawrocki (Okon, 90'+13), Leopold (C) (71' Bundu), Pichler (82' Källman), Chakroun (71' Matsuda), Aseko Nkili, Allgeier, Kokolo (46' Oudenne), Thordarson, Neubauer.
Eintracht
Hoffmann (C) - Hoti, Flick (Kaufmann, 90'+2), Aydin, Mijatovic (68' Sané), Marie, Ranos (46' Opoku), Ehlers, Di Michele Sánchez, Heußer (Yardimci, 90'+13), Gómez.
Tore:
1:0 Nawrocki (30')
Gelbe Karten:
Leopold, Kokolo, Aseko Nkili / Heußer, Aydin, Flick
Zuschauer in der Heinz und Heiden Arena:
42.000 (davon 4.200 Eintracht-Fans)
Schiedsrichter:
Florian Exner