Eintracht erkämpft sich Punkt beim SCP
Paderborn entreißt Löwen beim 1:1 in der Nachspielzeit den Sieg
Die Blau-Gelben packen einen Zähler ein! Die Eintracht holt am 25. Spieltag beim 1:1 (0:0) einen Punkt gegen Aufstiegskandidat SC Paderborn 07. Die Löwen arbeiteten sich in einer ereignisarmen ersten Hälfte in die Partie. Im zweiten Durchgang legen die Blau-Gelben dann vor: Robin Heußer traf mit seinem Debüttor für die Eintracht zur Führung (52'). Doch nach einer Roten Karte für Patrick Nkoa (67') kamen die Hausherren vom SCP noch einmal zurück. Sven Michel entriss den Löwen in der Nachspielzeit zwei weitere Zähler (90'+8).
Die Lage:
Die Eintracht verlor in der Vorwoche das direkte Duell gegen Preußen Münster und musste damit einen echten Nackenschlag im Abstiegskampf hinnehmen. Da auch die Konkurrenz punktete, rutschten die Löwen von Rang 13 auf Platz 16 ab. Der Blick musste dennoch wieder nach vorne gerichtet werden, denn zu Gast beim SC Paderborn wartete eine echte Härteprüfung auf die Backhaus-Elf. Der SCP stand vor dem Spieltag auf Rang zwei und ist dank hoher spielerischer Qualität ein echter Aufstiegskandidat. Das Hinspiel ging mit 2:1 an die Ostwestfalen.
Die Aufstellungen:
Im Vergleich zur Münster-Pleite beließ es Heiner Backhaus bei lediglich einem Wechsel in seiner Startelf. Robin Heußer rotierte raus und nahm zunächst auf der Bank Platz, dafür startete Grant-Leon Ranos erstmals von Beginn an. In den Spieltagskader kehrte zum heutigen Auswärtsspiel Faride Alidou zurück, der zuletzt mit Magenproblemen passen musste. Paderborn-Coach Ralf Kettemann entschied sich ebenfalls zu einem Wechsel, dieser war jedoch unausweichlich. Denn mit Laurin Curda fehlte der etatmäßige Platzhirsch auf der rechten Seite, ihn ersetzte Jonah Sticker.
Die Partie:
Die Hausherren versuchten in den ersten Minuten, sofort Spielkontrolle zu haben und Druck aufzubauen, das gelang aber nur in den ersten Momenten - ohne dass die Paderborner wirklich gefährlich wurden. Anschließend verflachte die Partie lange, der Distanzschuss von Ruben Müller sollte der einzige nennenswerte Aktion in der ersten halben Stunde bleiben (18'). Das lag auch an einer Eintracht, die zwar deutlich weniger Ballbesitz hatten, hinten aber souverän zu Werke gingen. Wenig später jedoch musste Elhan Kastrati zeigen, was er kann. Santiago Castaneda bediente Nick Bätzner links im Strafraum klasse, doch sein Flachschuss auf das lange Eck parierte der Albaner sicher (36'). Das tat auch SCP-Keeper Dennis Seimen beim ersten richtigen Abschluss der Eintracht. Nach gutem Umschaltspiel der Blau-Gelben war es Johan Gómez, der aus rund 20 Metern zentraler Position abzog - doch der Aufsetzer ging genau in die Arme von Seimen (45'). Das waren dann auch schon die Highlights im ersten Durchgang - ohne Spektakel stand es zum Pausenpfiff leistungsgerecht 0:0.
Kaum begann Durchgang zwei, schon gab es die erste Top-Chance. Und wohl die bis dato größte des Spiels. Auf der rechten Bahn setzte sich Jonah Sticker gegen Leon Bell Bell durch. Sein Querball verwertete Stefano Marino per Hacke, doch auf der Linie rettete Aaron Opoku noch rechtzeitig (48'). Und anschließend ging dann die Eintracht in Führung! Nach Fehlpass von Felix Götze setzte Johan Gomez den eingewechselten Robin Heußer in Szene, der sich im direkten Duell gegen Calvin Brackelmann durchsetzte und klasse zum 1:0 verwertete (52'). Nur zwei Minuten später versuchte es dann Memo Aydin per direktem Freistoß, den Seimen nur mit Mühe zur Ecke klären konnte (55'). Das Momentum lag in diesen Momenten klar auf Seiten der Löwen. Und die hatten dann auch die Möglichkeit auf Tor Nummer zwei, wieder ging ein Fehler im Aufbau der Hausherren dem voraus. Torwart Seimen spielte in die Füße von Heußer, der sofort Richtung Tor marschierte. Doch sein Versuch wurde noch von Götze geblockt (66'). Und dann wurde es hitzig: Im Mittelfeld kam Verteidiger Patrick Nkoa zu spät und traf Michel am Sprunggelenk. Schiedsrichter Lukas Benen zog glatt rot - damit änderte sich auch die Statik im Spiel. Den bis dahin so starken Nkoa ersetzte Andi Hoti. Kurze Zeit später landete eine Freistoßflanke von Michel am rechten Pfosten (71'), vor der Schlussphase verzog Brackelmann knapp aus der zweiten Reihe (79'). Die Schlussphase wurde dann noch einmal hitzig. Erst spritzte Marie bei einem Querpass von Tigges vor dem Tor dazwischen (83'), dann packte Kastrati in der Nachspielzeit gegen Michel zu (90'+4). Das Schiedsrichtergespann gab ganze zehn Minuten Nachspielzeit - und diese wurde zur Abwehrschlacht für die Löwen. Sie warfen sich in alle Zweikämpfe und und befreiten sich immer wieder aus der Schlinge des Paderborner Angriffs. Doch in der achten Minute der langen Nachspielzeit war Paderborn dann leider einmal zur Stelle. SCP-Angreifer Tigges leitete das Spielgerät mit dem Kopf weiter, am Fünfmeterraum stieg Michel höher als Kapitän Frenkert und köpfte so im hohen Bogen über Keeper Kastrati in die Maschen (90'+8). Extrem bitter für die sehr kämpferische Eintracht, die sich nach diesem Last-Minute-Gegentor nun doch mit nur einem Punkt beim Aufstiegskandidaten begnügen musste. Auch, wenn dieser durchaus wichtig für das Rennen um den Klassenerhalt ist.
Für die Blau-Gelben geht es in der kommenden Woche dann zuhause mit dem Heimduell gegen Fortuna Düsseldorf weiter (Samstag, 14. März 2026, 13 Uhr).
Das Spiel im Stenogramm:
SC Paderborn
Seimen - Müller (60' Michel), Sticker (73' Tigges), Brackelmann, Castaneda (81' Hansen), Bätzner (60' Bilbija), Baur, Götze (C) (81' Okpala), Obermair, Scheller, Marino.
Eintracht
Kastrati – Nkoa, Aydin (77' Di Michele Sánchez), Yardimci (77' Flick), Marie, Opoku, Bell Bell, Ehlers, Ranos (46' Heußer (90'+8 Sané)), Frenkert (C), Gómez (68' Hoti).
Tore:
0:1 Heußer (52')
1:1 Michel (90'+8)
Gelbe Karten:
Michel / Gómez, Aydin, Fejzic
Rote Karte:
Patrick Nkoa (67'/Foulspiel)
Zuschauer in der Home-Deluxe-Arena:
15.000 (davon 1.500 Eintracht-Fans)
Schiedsrichter:
Lukas Benen
Foto: Kai Falk