Tempelmann: "Am Ende waren wir seriös"

Die Stimmen zum 2:0-Erfolg in Kaiserslautern

Erleichterung und einen ganz wichtigen Dreier nehmen die Blau-Gelben beim ersten Auswärtssieg in der Pfalz seit 2019 mit. Die Stimmen zum 2:0-Sieg im Fritz-Walter-Stadion.

Lino Tempelmann:
"Die Erleichterung ist in der Kabine schon zu spüren. Es war heute ein extrem wichtiger Sieg, mit dem vielleicht nicht so viele gerechnet haben. Wir haben schon immer gewusst, dass wir hier was holen können. Fußballerisch war es vielleicht nicht die sonderlich große Glanzleistung, am Ende waren wir aber seriös und haben zu Null gespielt. So kannst du dann auch mal ein Spiel gewinnen. Das wir kein Gegentor bekommen haben, ist eine Grundvoraussetzung. Gerade, wenn wir uns zuletzt schwer getan haben, vorne Tore zu schießen. In den letzten Partien sind wir dann oft dem 0:1 hinterhergelaufen. Heute haben wir es mal geschafft, das Führungstor zu machen. Wir waren dann zwar trotzdem nicht optimal im Spiel, aber du siehst, wie es laufen kann, wenn du 1:0 führst. Dann läuft dir vielleicht das eine oder andere nochmal rein. Ich glaube, es war am Ende trotzdem verdient. Auch, wenn wir jetzt spielerisch nicht die beste Leistung gezeigt haben. Wir wissen, was auf dem Spiel steht. Das wir dann auch mal Phasen überstehen müssen, wo der Gegner drückt, gerade auf die Kurve in der zweiten Halbzeit. Dann musst du auch mal kurz durchatmen und dich sammeln. Das haben wir aber gut geschafft und alle Wellen gut wegverteidigt. Es war uns aber auch davor klar, dass so etwas mal passieren kann."

Thorben Hoffmann
"Ich bin sehr erleichtert. Es war ein anstrengendes Spiel, vor allem für die Nerven. Vom Gefühl her ging nichts bei Lautern, aber dennoch sind sie teilweise gefährlich geworden. Die ganzen Flanken sind sehr ekelig zu verteidigen. Dass wir die Tore zu den Zeitpunkten gemacht haben, hat uns schon in die Karten gespielt. Wir haben vorab angesprochen, dass wir hier den Stecker ziehen können, wenn wir einfachen Fußball spielen, ihnen nicht ins Pressing spielen, leichte Fehler versuchen abzustellen. So kann man das Stadion ganz schnell gegen die eigene Mannschaft aufbringen. Als gegnerischer Spieler wäre es mir heute unangenehm gewesen Fußball zu spielen, die Stimmung hier im Stadion war sehr komisch.  Einen Schönheitspreis für das Spiel gewinnen wir hier heute nicht. Aber wir nehmen drei Punkte mit, haben Zu-Null gespielt und uns wirklich in sehr viel reingehauen."

Lars Kornetka:
"Wir haben ein Spiel gesehen, was man erwarten konnte. Es war ein zähes Spiel, und grade im Abstiegskampf funktioniert nicht immer gleich alles. Wir wussten, dass wir uns in dieses Spiel herein arbeiten mussten und wir auf eine Mannschaft treffen, die sowohl taktisch als auch individuell sehr gut ist. Es war schwer, zu unseren Momenten zu kommen, wir wollten schon sehr, sehr vertikal spielen mit vielen tiefen Bällen. Aber wir haben es zu selten geschafft, hinter die gegnerische Kette zu kommen und mussten tief verteidigen und viel aushalten. Darauf waren wir zum Glück gut vorbereitet. Die Jungs haben es exzellent gemacht. Wir haben es gut verteidigt, konnten in der ersten Halbzeit schon durch einen tiefen Ball und das Nachsetzen in Führung gehen. In der zweiten Halbzeit mussten wir viel Leidenskraft beweisen und mussten viel wegverteidigen. Wir haben dann auf Konter gesetzt und einen gut zu Ende gespielt."

Torsten Lieberknecht (Cheftrainer 1. FC Kaiserslautern):
"Wir haben es nicht verstanden, uns diesen richtigen Druck - trotz der Vielzahl an Flanken - zu erspielen. Es war so, dass uns in den Momenten die Tiefe gefehlt hat, um den Gegner vor größere Probleme zu stellen und das Stadion anzuzünden. So haben wir es in eine andere Richtung angezündet, die Fans haben verständlicherweise gepfiffen und zurecht die Heimniederlage quittiert haben. Wir haben uns das heute natürlich auch ein Stück weit anders vorgestellt. Wir wollten Kiel vergessen machen, aber es gehört halt auch immer ein Gegner dazu. Und der war sehr effizient. Wir haben in der ersten Halbzeit viele Restverteidigungsmomente gehabt, wo wir immer wieder den zweiten Ball gewonnen haben, immer wieder vorne reingespielt haben. Aber wir haben nie so den Punch gefunden und den Druck aufgebaut. Es hängt ein Stück weit damit zusammen, dass uns das Tempo, der Tiefgang und die Präzision gefehlt hat. Im Laufe der Zeit merkt man dann auch, dass die Jungs eine Verunsicherung gespürt haben. Wir müssen den Moment erstmal sacken lassen."

Hier gibt's die PK nach dem Duell im Re-Live!