Tempelmann: "In den entscheidenden Momenten nicht da"
Die Stimmen zur Pleite in Bochum
Die Eintracht reist ohne Punkte zurück in die Löwenstadt. Nach starkem Beginn in Bochum geriet die Kornetka-Elf mehr und mehr ins Hintertreffen gegen in Halbzeit eins sehr effiziente Hausherren. Am Ende steht eine 1:4-Niederlage bei einem direkten Konkurrenten auf der Anzeigetafel nach einem sehr munteren Spiel, in dem für die Löwen mehr drin gewesen wäre. Die Stimmen zum Spiel.
Florian Flick
“Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und haben nach dem 1:0 ein wenig den Faden verloren. Danach wurden wir aber wieder stabiler. Der Knackpunkt war das 2:0 kurz vor der Halbzeit. Das war aus unserer Sicht total unnötig. Nach der Halbzeit habe wir in einigen Situation noch Glück gehabt. Mit dem 1:3 kommen wir dann nochmal ran, aber am Ende macht Bochum den Deckel drauf. Heute war auch bisschen Pech dabei. Wir haben mit dem Pfostentreffer fast das 1:1 gemacht. In den entscheidenden Momenten fehlt einfach noch der letzte Pass. Bis dahin kommen wir immer gut durch. Man braucht jetzt keine Rechnung aufmachen, sondern es gilt jetzt von Spiel zu Spiel zu gucken. Wir müssen die Duelle gegen die direkten Konkurrenten jetzt ziehen. Dann stehen wir auch gut in der Tabelle da.”
Lino Tempelmann
“Wir haben gut angefangen und gut ins Spiel gefunden. Auf der Bank habe ich echt gedacht, dass heute was geht. Dann gehen wir mit 0:2 in die Pause. Wir waren in den entscheidenden Momenten nicht da, hintenraus verlierst du das Spiel relativ deutlich. Bis zum 0:1 hatten wir das Spiel komplett im Griff, haben dann aber trotzdem ganz gut weitergemacht. In der zweiten Halbzeit haben wir nochmal alles versucht, sind aber in viele Konter gelaufen. Es ist noch alles drin, da gilt es, sich das in den Kopf zu rufen. Ich war letztes Jahr hier und weiß wie die Situation war, jetzt ist sie wieder eklig. Aber wir werden nicht aufgeben.”
Lars Kornetka
"Wir haben uns das natürlich anders vorgestellt - auch vom Ergebnis her. Das hat man auch gut gesehen, weil wir außerordentlich gut ins Spiel gekommen sind. Das war auch das, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben so die besten ersten Minuten abgeliefert, seitdem ich in der Verantwortung bei der Eintracht bin. Was dann umso bitterer war, dass wir dem Matchplan nicht ganz folgen konnten und Situationen zugelassen haben, die wir nicht zulassen wollten. Nämlich, dass es eine Verlagerung durch unser Zentrum auf die ballferne Seite gibt und wir dadurch das 0:1 gefressen haben. Das war trotzdem noch eine Situation, die wir aufarbeiten konnten und wollten. Man hat aber schon gemerkt, dass die Jungs sich erstmal schütteln mussten. Das kann ich nach dem zuletzt nicht unbedingt immer größten Erfolg, den wir hatten, gut verstehen. Es war schwierig, sich da nochmal aufzurappeln, haben wir trotzdem ganz gut geschafft und waren wieder ordentlich im Spiel. Danach haben wir wieder probiert Energie reinzubringen und kriegen dann in der Nachspielzeit das 0:2, in einer Situation, die ich mir nochmal genau anschauen muss. In der zweiten Halbzeit sind wir dann eigentlich wieder gut aus der Kabine gekommen, es gab ja auch etwas aufzuholen. Dann entsteht wieder eine Situation, die ich dem Schiedsrichtergespann ankreiden muss. Für mich ist das eine klare Rote Karte gegen Bero bei seinem Foulspiel an Max [Marie, Anm.d.Red.], dann wäre das Spiel vielleicht anders gelaufen. Wir haben in der Folge wieder probiert, Energie reinzubringen und Möglichkeiten gestellt. Aber man hat auch gesehen, dass wir durch unsere Offenheit und vielen Ballverluste sowie Fehler, die wir hatten, dem Spiel nicht gerecht werden konnten. Wir haben die Kontrolle über das Spiel nicht bekommen, so wie wir es haben wollten. Es wurde dann ein sehr offenes Spiel mit hohem Schlagabtausch. Man muss auch sagen, dass es Bochum auch einfach gut ausgespielt hat und ihre Chancen gut genutzt hat. Wir waren zu torungefährlich und konnten den Kasten des VfL nicht so bedrohen, wie es hätte sein müssen. Am Ende geht der Sieg für Bochum so in Ordnung, aber in der Höhe nicht, denn wir hätten das Spiel sicher in unterschiedlichen Arten zu unterschiedlichen Zeitpunkten noch anders gestalten können."
Uwe Rösler (Cheftrainer VfL Bochum)
“Die ersten zehn Minuten war die Eintracht klar die bessere Mannschaft, Braunschweig ist richtig gut rausgekommen. Wir haben uns dann auf ihren Dreieraufbau eingestellt und machen dann das Tor. Dann wird ein Tor aberkannt, dann machen wir das 2:0. Nach der Halbzeit waren wir klar die bessere Mannschaft, die Anzahl der Chancen, die Qualität der Chancen, da hätten wir nach 60 Minuten 3:0, 4:0 führen müssen. Wir sind zwei, dreimal alleine auf das Tor gelaufen, größere Chancen gibt es nicht. Es war eine überragende Leistung von Gerrit Holtmann. Braunschweig hatte zwar mehr den Ball, ich kann mich aber an keine Situation erinnern, in der sie aus dem Ballbesitz eine Chance herausgespielt haben. Wenn sie beim Pfostentreffer das 1:1 machen, hätte das Spiel anders laufen können. Wenn man die 90 Minuten sieht, waren wir die klar bessere Mannschaft mit den klar besseren Chancen - außer in den ersten zehn Minuten.”