Zuhause eine Macht
Der 1. FC Kaiserslautern in der Vorschau
Es geht uff'n Betze! Der 1. FC Kaiserslautern empfängt die Eintracht im Fritz-Walter-Stadion als kampfstarker und jederzeit gefährlicher Gegner, der in der laufenden Spielzeit vor allem vor eigener Kulisse seine beste Seite gezeigt hat. Alles Wichtige zum Gegner aus der Pfalz gibt es in unserer Vorschau.
Wissenswertes
- Festung Betze: Die Pfälzer holten in fremden Stadien lediglich 15 Zähler – weniger als jedes andere Team aus den aktuellen Top 7. Vor heimischem Publikum präsentiert sich der FCK dagegen deutlich stärker: In der Heimtabelle liegt der Klub auf Rang vier und feierte bereits zehn Heimsiege. Nur Schalke 04 war zu Hause noch erfolgreicher (elfmal).
- Hoch, Rein, Drin: Nur zwei Teams brachten aus dem laufenden Spiel heraus mehr Flanken als Kaiserslautern (344). Nach solchen Hereingaben war nur Hertha BSC noch erfolgreicher: Die Berliner erzielten elf Tore nach Flanken aus dem Spiel und damit mehr als die Pfälzer.
- Von der Bank: Keine Mannschaft war nach Einwechslungen gefährlicher als die “Roten Teufel”. Zwölf Tore erzielten die Pfälzer durch Joker - Liga-Bestwert.
Unter Beobachtung
- Marlon Ritter: Der Kapitän ist im offensiven Mittelfeld der Motor. Nur gegen Fürth und Magdeburg stand er in seiner Karriere häufiger auf dem Platz als gegen die Löwen. Beim 0:5 auf dem Betzenberg vor knapp zwei Jahren erzielte er einen Dreierpack. Mit seinen 47 Torschüssen sucht er hinter Stürmer Ivan Prtajin derzeit am zweithäufigsten den Abschluss beim FCK.
- Paul Joly: Der Franzose sucht in der Offensive flink seine Lücken. Bei seinen Dribblings hat er eine Erfolgsquote von 72 Prozent und nur Teamkollege Mika Haas flankt beim FCK mehr als der von AJ Auxerre ausgeliehene Schienenspieler.
- Luca Sirch: In der Defensive geht nichts über den 26-Jährigen. Der gebürtige Augsburger spielte bisher fast 500 Pässe mehr als jeder andere Akteur von der Eintracht oder den Gastgebern und stand in allen 30 Partien auf dem Platz. Zudem steuerte er auch in der Offensive vier Torvorlagen und einen eigenen Treffer bei.
Die Lage
Beim 1. FC Kaiserslautern ist die Stimmung vor den letzten Saisonspielen angespannt. Nach dem 0:3 in Kiel geriet vor allem die erneut schwache Auswärtsleistung in den Fokus. Geschäftsführer Thomas Hengen fand ungewöhnlich deutliche Worte und kritisierte offen die fehlende Laufbereitschaft, Mentalität und Widerstandsfähigkeit seiner Mannschaft. Besonders problematisch aus Sicht der Pfälzer: Der Rückschlag in Kiel war kein Einzelfall. Trainer Torsten Lieberknecht hatte nach dem Auswärtssieg bei Hertha BSC noch davor gewarnt, dass dieser Erfolg keine „Eintagsfliege“ bleiben dürfe. Nur wenige Tage später folgte jedoch nun eben der nächste Rückschlag. Auch deshalb kündigten sowohl Lieberknecht als auch Hengen Konsequenzen an. Der Geschäftsführer stellte sogar die Mentalität innerhalb des gesamten Vereins infrage und deutete an, dass die Erkenntnisse aus den vergangenen Wochen Einfluss auf die Personalplanung für die kommende Saison haben werden. Sportlich verfügt der FCK weiterhin über viel individuelle Qualität und er wird das Zünglein an der Waage im Abstiegskampf sein. Immerhin geht es nach dem Aufeinandertreffen mit der Eintracht noch gegen Bielefeld, Dresden und Magdeburg. In der Hinrunde sammelten die “Roten Teufel” in diesen vier Partien nur vier Punkte. Das ist eine Bilanz, die im Saisonendspurt in jedem Fall nochmal aufgebessert werden soll.
Letzte Begegnung
Gegen den 1. FC Kaiserslautern erwischte die Eintracht im Hinrundenduell Ende November einen starken Tag und überzeugte vor allem mit hohem Pressing, großer Zweikampfstärke und viel Offensivdrang. Schon in der ersten Halbzeit erspielten sich die Löwen mehrere gute Möglichkeiten, unter anderem durch Lukas Frenkert, Florian Flick und Leon Bell Bell. Nach rund einer halben Stunde belohnte sich die Eintracht für den hohen Aufwand: Chris Conteh setzte sich stark auf der linken Seite durch und legte für Max Marie auf, der zur verdienten Führung traf. Auch danach blieben die Braunschweiger die gefährlichere Mannschaft und hätten ihre Führung vor der Pause noch ausbauen können. Überschattet wurde die erste Hälfte allerdings von der verletzungsbedingten Auswechslung von Flick. Direkt nach Wiederbeginn legte die Eintracht nach: Erencan Yardimci erhöhte nach einem langen Ball mit einem starken Abschluss auf 2:0. Auch in der Folge blieb die Eintracht defensiv stabil und ließ Kaiserslautern kaum zur Entfaltung kommen. Die beste Chance der Gäste klärte Patrick Nkoa kurz vor Schluss auf der Linie. So stand am Ende ein hochverdienter 2:0-Heimsieg, bei dem die Löwen ihre starke Leistung erstmals seit Monaten auch wieder mit drei Punkten im eigenen Stadion belohnten.
Foto: DFL/Getty Images/Simon Hofmann