Zwischen Mittelfeld und Abstiegskampf: Bochum im Check
Erstmals zwei Niederlagen in Folge unter Trainer Uwe Rösler
Auf die Eintracht wartet im Ruhrpott eine spannende Aufgabe! Nach etwas mehr als fünf Jahren gastieren die Löwen am kommenden Sonntag mal wieder beim VfL Bochum - und werden dabei von 2.700 blau-gelben Fans begleitet. Vor der Partie blicken wir auf die anstehende Aufgabe “anne Castroper”. Mit den Ex-Löwen Philipp Strompf, Gerrit Holtmann und Philipp Hofmann kommt es dabei zum Wiedersehen.
Wissenswertes
- Stark im Endspurt: Während der VfL Bochum in der Hinrunde aus den letzten sechs Spielen ganze elf Zähler holte, erspielte sich die Eintracht im gleichen Zeitraum zehn Punkte. Gelingt beiden Teams dieser Schnitt auch in der Rückrunde, dürfte man sich auch kommende Saison in der 2. Bundesliga miteinander messen.
- Abschlussquote ausbaufähig: Der VfL erzielte bisher 39 Treffer in der laufenden Saison und liegt damit nur knapp unter dem Ligadurchschnitt (41 Tore). Doch ein Blick auf den xGoal-Wert lohnt sich: Anhand diesem hätten die Bochumer eigentlich deutlich mehr Tore schießen müssen (46).
- Nach Ballgewinn wird's zielstrebig: Die Rösler-Elf hat eine starke Quote wenn es darum geht, nach Ballgewinn und Konter auch zum Abschluss zu kommen. Dies gelang den Bochumern ganze 44-mal, nur die Hertha aus Berlin hat in dieser Disziplin eine höhere Quote. Die Alte Dame kommt in der kommenden Woche nach Braunschweig.
Unter Beobachtung
- Philipp Hofmann: Der Ex-Stürmer von Eintracht Braunschweig bleibt ein Garant in der Offensive - seinen 33 Jahren zum Trotz. Neun eigene Treffer und sechs Vorlagen machen ihn zum Top-Scorer des VfL. Mehr noch, denn nach knapp vier Jahren in Bochum ist er ein echtes Aushängeschild des Teams.
- Francis Onyeka: Erst 18 Jahre und trotzdem fast unverzichtbar für das Spiel der Bochumer. Bereits acht Tore gelangen dem von Bayer 04 Leverkusen ausgeliehenem Offensivspieler. Doch in der Vorwoche bei der Niederlage in Magdeburg fehlte Onyeka angeschlagen, stieg aber zuletzt wieder ins Training ein. Abwarten, ob er gegen die Eintracht auflaufen wird.
- Timo Horn: Der langjährige Bundesligatorwart fand in Bochum wieder zu alter Stärke zurück und gilt definitiv als einer der stärksten Keeper der Liga. Horn ist mittlerweile 32 Jahre alt, sehr erfahren und hielt in der laufenden Runde bereits acht Mal seinen Kasten sauber. Auch auf ihn wird es ankommen, um den Saisonendspurt erfolgreich zu gestalten.
Die Lage
Der Absteiger startete schwach in die neue Saison und sah sich früh im Tabellenkeller feststecken. Nach dem fünften Spieltag musste Cheftrainer Dieter Hecking gehen, er coacht mittlerweile Bundesligist VfL Wolfsburg. Es übernahm mit Uwe Rösler ein international erfahrener Coach, der nicht nur aufgrund seiner stets kurzen Hose auffällt - sondern auch mit klaren Ansprachen. Rösler schaffte es, den VfL schnell zu stabilisieren und ins gesicherte Mittelfeld zu führen. Er traute und traut sich, auf zahlreiche Talente im Kader zu bauen. In Liga zwei kommt er in 20 Spielen auf einen respektablen Punkteschnitt von 1,5 pro Spiel. Doch im Kalenderjahr 2026 stockt der Motor mehr und mehr, erst zwei Siege in der Rückrunde und zuletzt zwei Niederlagen in Folge brachte dem VfL die Abstiegszone immer näher. Auch wenn die Bochumer aktuell auf Rang zehn stehen, haben sie nur 4 Punkte Vorsprung auf Rang 16. Ganz gesichert, dass “tief im Westen" auch kommendes Jahr zweite Liga gespielt wird, ist es noch nicht.
Letzte Begegnung
Am 9. November gastierten die Bochumer an der Hamburger Straße - und nahmen alle drei Zähler “anne Castroper” mit. Schon nach sieben Minuten brachte Cajetan Lenz die Gäste in Führung, nach der Halbzeitpause legte Francis Onyeka mit dem zweiten Treffer nach.
Anschließend ging es für beide Teams in die Länderspielpause, ehe die Eintracht in Berlin 0:1 verlor. Bis zur Winterpause verloren die Löwen dann jedoch kein Spiel mehr, holten drei Siege aus vier Spielen und sackten im Jahresendspurt zehn Punkte ein. Damit war nach einem zunächst ergebnistechnisch schwachen November nicht unbedingt zu rechnen - aber umso erfreulicher.
Foto: DFL / Getty Images / Lukas Schulze