Reichel: "Für alle Seiten wichtig, dass nun Klarheit herrscht"
U23-Cheftrainer Ken Reichel im Interview
Seit Montag herrscht endlich Klarheit: Interimstrainer Ken Reichel, der die U23 in sportlich herausfordernder Lage im Herbst übernahm und sofort den Turnaround schaffte, wird die Mannschaft auch durch die Rückrunde führen. Grund genug, um mit dem Ex-Profi über seine Mannschaft, den Winterfahrplan und über die anstehende Rückrunde zu sprechen.
Ken, nach der interimsweisen Phase herrscht nun Klarheit bis zum Sommer. Wie wichtig ist diese für die Mannschaft und für eure tägliche Arbeit?
Ken Reichel: „Dass in der Trainerpersonalie Klarheit herrscht, war für die Mannschaft wichtig. Zwischen dem letzten Spiel in 2025 und dem Trainingsstart ist eine Menge Zeit vergangenen, in der nicht viel passiert ist, die Jungs aber trotzdem neugierig waren, wer nun Trainer wird. Dementsprechend war es für alle Seiten wichtig, dass wir nun Klarheit haben und den Fokus auf die Rückrunde legen können. Unser Ziel bleibt es, den Klassenerhalt klarzumachen.“
Du hast das Team in einer schwierigen Situation übernommen und schnell stabilisiert. Was hat aus deiner Sicht den Ausschlag für diese positive Entwicklung gegeben?
Reichel: „Ein Trainerwechsel ist nicht immer ganz so einfach für alle Beteiligten, durch den Impuls ist aber ein Ruck durch die Mannschaft gegangen. Die Jungs haben auch nochmal gemerkt, dass es nicht reicht, was auf den Platz gebracht wurde. Wir haben uns an Basics orientiert. Es gab ein Gespräch mit dem Mannschaftsrat, da waren wir schnell klar, wie wir Fußball spielen wollen und wie ich mir das als Trainer vorstelle. Da gab es in vielen Punkten Übereinstimmungen. Ausschlaggebend für die positive Entwicklung war dann natürlich das erste Spiel in Rehden, was wir erfolgreich gestaltet haben. Die Mannschaft hat gemerkt, dass sie die Qualität für diese Liga hat.“
Richten wir den Blick nach vorne: Wie ist der Winterfahrplan aufgebaut und welche inhaltlichen Schwerpunkte setzt ihr in der Vorbereitung?
Reichel: „Unsere Winterpause war mit fast vier Wochen relativ lang, auch die Vorbereitungszeit ist es. Der Fokus in den ersten Wochen liegt daher klar auf dem Thema Fitness, damit wir körperlich in einem sehr guten Zustand sind. Die Witterungsbedingungen machen es uns nicht einfach, weil unsere Plätze im NLZ aktuell einfach nicht bespielbar sind. Wir können maximal auf einem halben Platz trainieren, in den Abendstunden gefriert es aber. Es ist nicht ideal, aber wir versuchen das Bestmögliche daraus zu machen. Wir brauchen zeitnah jedoch Einheiten auf dem Platz, um unsere inhaltlichen Punkte abzuarbeiten.“
Nach welchen Kriterien wurden die Testspielgegner ausgewählt und was möchtest du aus diesen Spielen mitnehmen?
Reichel: „Unser erstes Testspiel gegen den Regionalligisten BFC Dynamo ist aufgrund des Wetters leider ausgefallen. Am Wochenende kommt planmäßig der SSV Vorsfelde – auch da ist jedoch noch nicht klar, ob es stattfinden kann. Wir wollten einen guten Mix aus Gegnern haben, neben dem beiden angesprochenen Vereinen testen wir gegen die U23 von Hansa Rostock sowie gegen den HSC Hannover. Es geht darum, dass sich die Jungs messen können, daher war es mir wichtig, gegen höherklassige Mannschaften zu spielen.“
Wie stellt sich die Kadersituation aktuell dar – hat es im Winter bereits Veränderungen gegeben?
Reichel: „Während der Hinrunde hat uns bereits Enrique van der Lubbe auf eigenen Wunsch verlassen, weil er wieder zurück in die Heimat wollte. Zum Winter kam Stürmer Marcel Reim auf mich zu, der unser Pensum aufgrund seiner beruflichen Situation nicht mehr schaffte. Auch er hat uns verlassen und ist zurück nach Vechelde gewechselt.
Mit Luis Karaqi vom VfV Hildesheim haben wir einen neuen Rechtsverteidiger verpflichtet. Darüber hinaus kann es sowohl noch Zu- als auch Abgänge geben, im offensiven Mittelfeld und im Sturm würden wir gerne noch was machen.“
Du hast betont, dass die Mannschaft das Potenzial besitzt, den Klassenerhalt zu sichern. Worauf wird es dafür entscheidend ankommen?
Reichel: „Wir müssen die gleiche Intensität und den Mut zeigen, wie wir das zum Ende der Hinrunde geschafft haben. Es hat uns ausgezeichnet, dass wir die Gegner hoch gepresst und zu Fehlern gezwungen haben. Im eigenen Ballbesitz haben wir mutig von hinten rausgespielt, wir wollen die Gegner dominieren und intensiv spielen. Das hat die Mannschaft gut gemacht und daran gilt es anzuknüpfen. Im letzten Drittel und im Torabschluss können wir noch kaltschnäuziger werden, auch in der eigenen Boxverteidigung haben wir noch Raum für Verbesserung. Das sind die Punkte, an denen wir arbeiten. Die Jungs haben es in den sieben Spielen unter meiner Regie aber brutal gemacht, wir haben in diesem Zeitraum 14 Punkte geholt. Das schaffen in der Liga nur die Top-Teams. Das gilt es zu bestätigen.“
Foto: Torsten Utta