Backhaus: "Aus eigener Kraft den Vorsprung ausbauen"

Die Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen die Adlerträger

Nach zwei Begegnungen mit Aufstiegskandidaten kommt nun ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf zum Duell an die Hamburger Straße. Nach der Hinspielniederlage in Münster hat die Elf von Löwen-Coach Heiner Backhaus mit den Preußen noch eine Rechnung offen, die am Sonntag um 13.30 Uhr bestenfalls wieder beglichen werden soll. Und das auch ohne den verletzten Schlussmann Thorben Hoffmann für den Elhan Kastrati als Rückhalt ins blau-gelbe Gehäuse rückt. Vor dem Aufeinandertreffen mit den Schwarz-Weiß-Grünen aus Ostwestfalen gibt der Fußballlehrer deshalb die wichtige Marschroute vor und sprach auf der Pressekonferenz über…

…den Ausfall von Thorben Hoffmann:

Heiner Backhaus: “Thorben ist ein absoluter Führungsspieler, alles andere wäre gelogen. Natürlich drückt es auf das Gemüt, aber wir haben einen sehr guten Ersatzkeeper, der noch vor einem halben Jahr im Wembley-Stadion gegen England für Albanien zwischen den Pfosten stand. Das ist jetzt seine Chance. Wir vermissen Hoffi sehr, weil er so gut gehalten und sich so gut entwickelt hat. Jetzt gilt es aber Eli zu unterstützen, dass er es genauso tut. Er ist ein Keeper, der mit Sicherheit zum Saisonstart erstmal hier ankommen musste, aber er hat sich da sehr reingefuchst. Wir vertrauen ihm einfach. Eli ist definitiv kein kleiner Junge, er hat solche Erfahrungen schon häufiger durch und da braucht sich kein Eintracht-Fan Sorgen machen. Natürlich ist es schwer, ihn mit Thorben zu vergleichen, weil die Ausstrahlung als Kapitän und die Kommunikation auf dem Feld nicht die gleiche ist, aber trotzdem ist es ein Keeper, der in der 2. Bundesliga einhundertprozentig auf Level ist.”

…den Gegner aus Münster:

Backhaus: “Es ist, ähnlich wie bei uns, ein Gegner, der die Punkte dringend braucht. Wir haben noch elf Spieltage vor der Brust. Münster hat schon lange nicht mehr gewonnen, sie haben uns im Hinspiel klar geschlagen. Das war für mich die schlechteste Saisonleistung von uns. Wir wissen, was wir da falsch gemacht haben und wie wichtig es sein wird, sie auf Distanz zu kriegen. Sie sind ein Team mit sehr viel Erfahrung und einer großen individuellen Qualität, auch wenn es der Tabellenplatz nicht aussagt. Das sind schon Spieler, die höher gespielt haben und in ihrer “Prime” sind. Sie sind spielerisch zuletzt so ein wenig von ihrem Weg abgekommen, liegt aber auch daran, dass in Münster der Platz im Stadion in keinem guten Zustand war. Wenn man sie spielen lässt, wird es eklig. Sie haben klare Prinzipien, wie sie auf letzter Linie in Gleichzahl und in Unterzahl agieren. Ich kenne Alexander Ende ja schon als Coach aus der 3. Liga. Es waren immer Aufeinandertreffen, die einen sehr guten Matchplan brauchen. Am Ende geht es auch viel darum, Zweikämpfe zu gewinnen. Wir können uns taktisch alles schön reden, wenn wir mit einer Zweikampfquote von 37 Prozent aus dem Spiel gehen, werden wir es verlieren und das habe ich am vergangenen Wochenende moniert.”

…den schwierigen Start in das neue Jahr:

Backhaus: “Den Auftakt gegen Magdeburg haben wir aufgrund unserer Planung verdaddelt. Ansonsten hatten wir schon sehr starke Gegner, auch in Elversberg darf man 1:3 verlieren. Es geht aber um die Art und Weise, die mir nicht gepasst hat, weil die Energie gefehlt hat. Wir mussten aber natürlich den einen oder anderen Spieler ersetzen. Wenn du dir die Startelf gegen die SVE und beim letzten Spiel der Hinrunde anschaust, waren dort schon einige Veränderungen zu finden. Wir haben eben keine Zeit für lange und ausgiebige Integration, das musste schnell gehen. Das haben wir alles vorher gewusst und einplanen müssen. Deswegen geht es jetzt ganz pragmatisch darum, zu punkten. Wir müssen das Spiel nehmen, wie es ist. Es ist ein sehr ernstes Spiel, das wir ziehen müssen, weil Punkte zuhause gegen Münster Pflicht sind. Trotzdem ist Preußen eben auch eine Mannschaft mit viel Erfahrung und klarem Spielstil. Sie haben schon länger nicht gewonnen, aber wir müssen das Duell siegreich gestalten und aus eigener Kraft den Vorsprung ausbauen.”