Frenkert: "Tut doppelt und dreifach weh"

Die Stimmen zum 1:2 gegen Preußen Münster

Betrübt und enttäuscht. So lässt sich der Gemütszustand bei den Löwen am Ende dieses Sonntags zusammenfassen. Die Niederlage gegen Münster mindert aber nicht die Motivation der Akteure auf dem Platz, das gemeinsame Ziel zum Saisonende zu erreichen. Die Stimmen zum Spiel.

Lukas Frenkert
“Wir haben das typische Spiel von Preußen eigentlich nicht zugelassen. Besonders in der ersten Hälfte hatten wir, abgesehen vom Abseitstor, guten Zugriff. Da gab es wenig, das gefährlich wurde. Nach dem 1:0 im zweiten Durchgang wurde es dann, warum auch immer, weniger. Insofern ist die Niederlage heute umso bitterer. Es tut doppelt und dreifach weh. Intern und vor allem in der Mannschaft tun wir gut daran, ruhig zu bleiben. Wir haben noch zehn Spiele vor uns. Das sind 30 Punkte, die noch auszuspielen sind. Der Trainer hatte recht, dass es heute ein wichtiges Spiel war und wir unbedingt die drei Zähler hätten mitnehmen müssen. Trotzdem müssen wir damit jetzt umgehen und schleunigst wieder Punkte holen. Nur mit dieser Mentalität können wir da unten wieder rauskommen. Das Tor war im Moment sehr schön, doch aktuell habe ich das gefühlt schon wieder vergessen. Nur der Sieg hat heute gezählt und das haben wir einfach nicht geschafft. Dementsprechend gehen wir heute alle betrübt nach Hause.”

Robin Heußer
“Unser Tor in der 56. Minute fühlte sich auf dem Platz wie ein Befreiungsschlag an. Wir haben uns alle unfassbar für Frenki (Anm. d. Red. Lukas Frenkert) gefreut. Zu dem Zeitpunkt fühlte es sich an, als hätten wir das Spiel im Griff. Dann sind wir kurz in Unterzahl, verlassen unsere Positionen und sind im Rückraum nicht mehr konsequent. Mit einer der wenigen Chancen, die Münster hat, machen sie dann das Tor auch noch durch eine Standardsituation. Das ist brutal bitter. Jetzt müssen die Köpfe schnell wieder hoch. Es ist immer noch so, dass man mit einem Spiel wieder ein paar Tabellenplätze hochspringen kann. Deswegen müssen wir schleunigst wieder Punkte holen. Als Profi muss man während des Spiels vieles ausblenden können, dennoch ist es natürlich bitter, wenn der Kapitän ausfällt. Hoffi (Anm. d. Red. Thorben Hoffmann) ist ein sehr wichtiger Charakter auf und neben dem Platz, der Verantwortung übernimmt. Das gilt es als Team jetzt aufzufangen. Wir wünschen ihm eine gute Besserung und dass er schnellstmöglich wieder da ist.”

Heiner Backhaus
“Heute sprechen alle Daten, und das, was wir subjektiv wahrgenommen haben, dafür, dass wir das Spiel hätten gewinnen müssen. Wir haben in der ersten Halbzeit ein, zwei Halbchancen zugelassen und mit Sicherheit die große Chance zum 1:0 für Münster, die uns zum Glück vom VAR zugesprochen wurde. Ansonsten waren wir stabil und kommen gut aus der Halbzeit raus. Wir gehen verdient in Führung und haben eine Druckphase, in der wir das zweite Tor hätten schießen können. Ein bisschen aus dem Nichts kassieren wir den Ausgleich. Münster spielt das gut raus, wir haben kein gutes Doppelpassverhalten. Mit dem ersten Schuss kassieren wir das 1:1, das macht was mit der Mannschaft. Das hat jeder gemerkt. Wir kriegen anschließend den Freistoß rein und haben ansonsten nichts zugelassen. Von der reinen Leistung der Mannschaft heute haben wir schon viel schlechter gespielt, aber gewonnen. Ich kann meiner Mannschaft wenig Vorwürfe machen. Alles, was sie machen musste, um die Chancen auf einen Sieg zu haben, hat sie gemacht. Wir sind gerannt, hatten enge Abstände und haben uns gut durchgespielt. Für unsere Verhältnisse hatten wir viele Torchancen. Wenn ich immer nur auf unsere Fehler rumhacke, werden wir überhaupt keine Stabilität kriegen. Trotzdem fühlt es sich heute extrem schlecht an, denn jeder wusste, wie wichtig dieses Spiel war.”

Alexander Ende (Cheftrainer SC Preußen Münster)
“Es war uns allen bewusst, dass viel auf dem Spiel steht. In der Tabellenkonstellation stehen viele Mannschaften gerade eng beieinander. In der Partie heute sind zwei Vereine aufeinander getroffen, die mit in diesem Rennen stehen. Ich muss ein riesiges Kompliment an meine Truppe aussprechen, dass sie diesen Fight angenommen hat und nach dem Rückstand nicht weggebrochen ist. Wir sind zusammen geblieben und haben uns diesen Sieg hart erkämpft. Meine Mannschaft hat heute genau das, was gefragt war, auf den Platz gebracht. Jeder Sieg tut gut, jede Niederlage schmerzt. Die drei Punkte heute waren ein erster Schritt und die nächsten Spiele gilt es mit der selben Leidenschaft anzugehen.”

Foto: Kai Falk