Hoffmann: "Manchmal braucht man ein Hallo-Wach-Erlebnis"

Die Stimmen zum Rückrundenauftakt an der Hamburger Straße

Es war ein schwieriger Abend für die Löwen. Die Heimniederlage gegen den FCM lässt die niederlagenlose Serie der Eintracht reißen und beschert der Backhaus-Elf einen enttäuschenden Auftakt in die Rückrunde. Die Stimmen zum Spiel.

Heiner Backhaus:
“Wir waren heute chancenlos. Magdeburg war in allen Bereichen besser. Was mich stört, ist die Intensität in den Zweikämpfen. Das ist nicht verhandelbar. Mit 44 Prozent Zweikampfquote kannst du gegen den FCM nicht gewinnen. Man kann sie nur schlagen, wenn du Ballgewinne hast und umschaltest. Mit dem Ball sind sie einfach eine der besten Mannschaften der Liga. Im Prinzip kann man sich für die heutige Leistung nur entschuldigen. Allerdings ist es auch eine Leistung, die nicht unerklärbar ist. In den ersten 15 Minuten habe ich gemerkt, dass wir überhaupt kein Rhythmus haben. Viele Spieler sind aus Verletzungen kommen. Es war heute nicht alles bei 100 Prozent und da musst du dann schon deine wenigen Chancen nutzen, um hier etwas mitzunehmen. Wir haben heute Entscheidungen mehr aus der Angst getroffen. Ich glaube aber, dass wir dieses Spiel gebraucht haben, um reinzukommen. Das fehlende Testspiel hat man heute schon gemerkt. Trotzdem werde ich dem Team nichts absprechen, da das eine einmalige Leistung war und wir diese Niederlage vielleicht auch in der Höhe gebraucht haben. Wir haben heute nicht ansatzweise verdient gehabt, einen Punkt mitzunehmen.”

Ron-Thorben Hoffmann:
“Wir haben heute verdient verloren. Ich habe keine Worte für die Leistung, denn so sind wir die Saison über noch nicht aufgetreten. Wir waren völlig chancenlos, es war viel zu wenig. Morgen müssen wir ganz klar und hart analysieren, woran es heute gelegen hat und was zu wenig war. Ich habe gerade keine wirkliche Lösung und kann mir den Auftritt nicht richtig erklären. Es ist an den Basics , wie der Laufleistung und dem Zweikampfverhalten gescheitert. Es fehlen Ideen und wir waren technisch wirklich schwach. Manchmal braucht man ein „Hallo-Wach-Erlebnis“. Im Dezember haben wir zurecht viele Schulterklopfer bekommen. Möglicherweise hilft uns dieser frühe Weckruf, um uns wieder ein wenig zu erden. Jetzt geht es drum, dass wir unsere Sinne schärfen und gegen Fürth ganz anders auftreten.”

Sven Köhler:
“Es war ein ganz schlechtes Spiel von uns und ein klar verdienter Sieg für Magdeburg. Da brauchen wir nicht drum herum reden. Ich bin stink sauer. So dürfen wir kein Heimspiel an einem Freitagabend gegen einen direkten Konkurrenten bestreiten. Das darf nicht unser Anspruch sein. Wir müssen schleunigst aufwachen und als Mannschaft wieder den Gang und diesen Hunger finden. Wir waren aus unerklärlichen Gründen verunsichert und haben keine Zweikämpfe gewonnen. Ich verstehe nicht, wie man nach so einer Phase im Dezember, heute so unsicher spielen kann. Das war nichts. Es geht nur über das Gewinnen von Zweikämpfen und das haben wir heute nicht getan und dementsprechend sind wir der verdiente Verlierer. Man kann auch ohne Trainingslager, ohne Testspiel und nach einer Pause deutlich besser Fußballspielen. Wir suchen keine Ausreden, denn am Ende war es eine Nicht-Leistung, die wir heute geboten haben.”

Petrik Sander (Trainer 1. FC Magdeburg):
“Hut ab vor meiner Mannschaft, die sich der Mittel, die sie für erfolgreichen Fußball bedienen muss, immer sicherer wird und fühlt. Dass wir Tore erzielen können, haben wir heute gesehen. Das war heute schon ein Auftritt, bei dem der eine oder andere schon über Grenzen gegangen ist. Das nötigt mir schon Respekt ab. Unser Hauptaugenmerk war es, die Defensive zu stabilisieren. Jeder hat begriffen, dass das notwendig ist, um wenig zuzulassen. Wir sind logischerweise froh, dass wir hier die drei Punkte mitnehmen konnten.”