Jaeckel: "Blicke positiv auf die Zeit in Braunschweig zurück"
Im Gespräch mit Münster-Profi Paul Jaeckel
Bis zum Sommer stand Defensivmann Paul Jaeckel bei der Eintracht unter Vertrag. Nach dem erfolgreichen Klassenerhalt und dem Ende des Leihvertrages kehrte der Innenverteidiger zunächst zu seinem Stammverein Union Berlin zurück - um Mitte Juli beim SC Preußen Münster fest zu unterschreiben. Im Gespräch mit eintracht.com blickt der 27-Jährige auf die Zeit in Braunschweig zurück, spricht über seine neue sportliche Heimat und über das Aufeinandertreffen am Sonntag.
Hey Paul, bis zum Sommer hast du leihweise noch unser Trikot getragen, dann folgte der feste Wechsel von Union Berlin nach Münster. Wie geht's dir heute? Und wie bist du angekommen im Verein und der Stadt?
Paul Jaeckel: „Mir geht es sehr gut. Ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt in Münster. Mir gefällt die Stadt sehr, sie hat eine schöne Innenstadt und durch die vielen Studenten eine junge Bevölkerung. Münster ist eine Fahrradstadt, sodass ich auch mit dem Rad zum Training fahren kann – das gefällt mir zusätzlich.
Preußen ist ein sehr bodenständiger Verein, wir haben eine coole Truppe und ich habe mich von Anfang an sehr gut zurechtgefunden. In Münster passt es für mich zurzeit einfach.“
Lass uns nochmal einen Blick zurück wagen, bevor wir auf deine aktuelle sportliche Situation und unser Spiel am Sonntag blicken. Ein kompliziertes Jahr hast du in Braunschweig hinter dir, an dessen Ende eine erfolgreiche Relegation und der Klassenerhalt stand. Wie blickst du heute - Monate später - auf dein Jahr bei uns zurück?
Jaeckel: „Grundsätzlich blicke ich auf die Zeit positiv zurück. Einerseits, weil mit dem Klassenerhalt das Ziel erreicht wurde – auch wenn es dafür in die Extrarunde gehen musste. Andererseits war es auch für mich persönlich gut, trotz der zwischendurch schwierigen Phase. In dieser Zeit habe ich viel gelernt und erkannt, dass man manchmal auch andere Wege gehen muss. Ich bin mir aber treu geblieben, habe viel gearbeitet und habe mich, als ich die Chance bekommen habe, mit Leistung wieder reingespielt und wurde wichtig. Ich habe aus der Situation eine Menge mitgenommen.
Die Relegation war nervlich haarsträubend. Im Hinspiel in Saarbrücken haben wir die Dinge in die richtigen Wege geleitet, und kassierten im Rückspiel dann doch den Ausgleich. Da hat man gedacht: Scheiße, das geht hier völlig in die falsche Richtung. Mit dem glücklichen Ausgang waren dann schon sehr viele Emotionen mit im Spiel.“
Lass uns einen Blick auf die Saison werfen. Würdest du mitgehen, wenn man sagt: Spielerisch seid ihr gut unterwegs, und auch mit der Hinrunde mit insgesamt 20 Punkten dürftet ihr zufrieden gewesen sein?
Jaeckel: „Die Hinrunde war durchaus in Ordnung. Wir haben sehr ansehnlichen Fußball gespielt und hatten oft eine gute Kontrolle in den Spielen. Dafür haben wir jedoch zu wenige Punkte mitgenommen. Teilweise haben wir die Spiele dominiert, die Tore jedoch nicht gemacht und dann hintenraus noch ein Gegentor bekommen. Das fällt uns jetzt ein bisschen auf die Füße, dass wir die Punkte in der Hinrunde verspielt haben. Wir könnten in einer besseren Position sein, aber so ist es nun.“
Seit Ende November wartet ihr jedoch auf einen Sieg in Liga zwei, in diesem Jahr sammelte ihr erst drei Punkte und steht knapp über dem Strich. Wie siehst du eure aktuelle Situation?
Jaeckel: „Klar ist die Situation nicht schön und nicht gut. Trotzdem ist sehr viel Vertrauen in die Mannschaft und in das Spielsystem des Trainers da. Wir haben sehr viele Anlagen, die uns über die nächsten Spiele bis zum Saisonende eine Sicherheit geben werden. Ich bin sicher, dass wir noch wichtige Siege und Punkte einfahren werden.“
Ein Blick auf deine Saisonstatistik belegt: Du spielst immer - mit Ausnahme von zwei Sperren. Zuletzt warst du gegen Kaiserslautern sogar Kapitän. Füllst du genau die Rolle aus, die du dir vor der Saison vorgestellt hast?
Jaeckel: „Absolut. Mein Ziel war es, in Münster mindestens 30 Spiele in der Saison zu machen, eine Rolle mit Verantwortung zu übernehmen und in der Defensive mit Leistung voranzugehen. Ich glaube, über die gesamte Zeit bisher kann man sagen, dass das bisher gut funktioniert hat. Die Verantwortung, die mir mit der Binde zuteilwurde, hat das ganze nochmals widergespiegelt. Aus der Mannschaft und vom Trainerteam wird mir das Vertrauen entgegengebracht.“
Abschließend ein Blick auf Sonntag: Es ist ein Duell zweier direkter Konkurrenten. Wie blickst du auf das Spiel zwischen uns und euch?
Jaeckel: „Die Eintracht wird es sicherlich anders machen als im Hinspiel. Ich denke, sie werden versuchen, sich einiges von unseren Gegnern abzuschauen. Wir werden probieren, das zu bespielen – so wie wir es in der Hinrunde gemacht haben. Wir arbeiten daran, uns die Chancen zu erarbeiten. Es wird sicherlich ein anderes Spiel als im September, spannend wird es aber allemal.“
Foto: DFL/Getty Images/ Lukas Schulze