125 Jahre Eintracht Braunschweig

Meyer: "Die Jungs kosten uns zwar Nerven, aber es lohnt sich, an sie zu glauben"

Die Stimmen zum Punktgewinn in Sandhausen

Es lief die 92. Minute als der gerade eingewechselte Yari Otto per Kopf den viel umjubelten 2:2-Ausgleich der Löwen in Sandhausen erzielte. Es war für die Eintracht der erste Punktgewinn auf fremdem Rasen in der laufenden Saison. Die Stimmen zum Spiel.

Daniel Meyer:
“Wir haben heute zwei unterschiedliche Halbzeiten gesehen. Es fing genauso an, wie in den anderen Auswärtsspielen: Wir kriegen ein frühes Gegentor und verlieren die Ruhe, weil meine Mannschaft das Gefühl hat, dass sie das Ergebnis in den nächsten drei Minuten begradigen muss. Wir sind danach viel zu fahrig und verlieren die Ordnung. Der Höhepunkt ist, dass wir durch eine Standardsituation das zweite Gegentor bekommen. Die Halbzeit kam uns dann recht. Wir haben in der Pause unser Team zunächst beruhigt, taktisch umgestellt und wollten versuchen zu unserer Linie zu finden. Wir waren der Überzeugung, dass wir zurückschlagen können. Es lief dann optimal. Wir haben direkt nach Wiederanpfiff getroffen. Nach dem Lattenkopfball von Proschwitz hätten wir fast sofort das zweite Tor nachgelegt. Wir sind dann mit allem, was wir hatten, angerannt, aber nicht kopflos aus meiner Sicht. Wir haben den Gegner gepresst und einige Chancen kreiert. Mit der letzten Aktion haben wir den verdienten Ausgleich erzielt. Es ist ein Schritt nach vorne. Wir wollten zeigen, dass wir auswärts etwas mitnehmen können und das ist uns gelungen. Es bleibt dabei, dass wir zu viele Fehler machen und einiges zu tun haben. Aber diese Mannschaft gibt sich nie auf und hat viel Herz. So zurückzukommen ist nicht selbstverständlich. Ich bin stolz auf unser Team und gratuliere unseren Fans zu diesen Jungs. Sie kosten uns zwar Nerven, aber es lohnt sich, an sie zu glauben!"

Fabio Kaufmann:
“Wir sind natürlich überglücklich, dass wir auswärts den ersten Punkt geholt haben. In der ersten Halbzeit haben wir nicht gut angefangen, haben wieder das frühe Gegentor bekommen. In der Pause haben wir dann einige Sachen nachjustiert, die im zweiten Durchgang überragend gegriffen haben. Wir hatten einige Chancen und haben den Punkt verdient geholt.“

Dominik Wydra:
“Wir sind wieder früh in Rückstand geraten. Ich weiß auch nicht, was die vergangenen Spiele los war, dass wir immer früh ein Gegentor kassieren. Ich glaube, das war das fünfte Spiel, in dem wir als Mannschaft eine überragende Moral gezeigt haben. Ich bin richtig stolz auf die Jungs, wie wir die Partie noch fast gedreht haben. In der zweiten Hälfte wurde nur auf ein Tor gespielt. Es war ein geiles Spiel in der zweiten Halbzeit.“

Yari Otto:
“Perfekte Flanke und reingeköpft. Ich habe versucht den Ball aufs Tor zu bringen. Dass das Ding dann reingeht ist natürlich umso schöner. Wenn man nur kurz reinkommt, muss man noch mehr Gas geben. Ich freue mich sehr, dass ich dem Team mit meinem Treffer helfen konnte.“

Uwe Koschinat:
“Ich glaube, es kann nach dem Spielverlauf keinen schlimmeren Ausgang geben. Es ist mehr eine gefühlte Niederlage. Man kann sicherlich verlieren, aber nicht, wenn man eine derart große Souveränität in der ersten Halbzeit an den Tag legt. Eine solche Begegnung dürfen wir nicht mehr aus der Hand geben. Wir haben einen Traumstart erwischt und gehen mit der ersten Aktion in Führung. In der Folge hatten wir zwar viel Ballbesitz, konnten uns aber keine nennenswerten Chancen erarbeiten. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass die Mannschaft sehr wachsam ist und sich gegenseitig unterstützt. Mit dem 2:0 hatten wir mehrere Möglichkeiten, um das Spiel zu entscheiden. Es war klar, dass Braunschweig nach der Pause auf diesen Zwischenstand reagieren wird. Nach dem Anschlusstreffer hatte ich das Gefühl, dass viel von der Sicherheit aus der ersten Hälfte wie weggeblasen war. Wir hatten keine wirkliche Spielkontrolle mehr und haben viele einfache Fehler gemacht. Dann fällt mit der letzten Aktion der Ball zum 2:2 ins Tor. Für uns ist es ganz klar eine gefühlte Niederlage, ohne die Moral und Leistung der Braunschweiger schmälern zu wollen.“