Unsere Kurvenmutti ist verstorben

Ein Nachruf für Christel Neumann

Tief betroffen erfüllen wir die traurige Pflicht, mitzuteilen, dass unsere Kurvenmutti Christel Neumann am gestrigen Donnerstagmittag, sechseinhalb Wochen vor Erreichen ihres 82. Geburtstags, friedlich im Kreise ihrer engsten Familie eingeschlafen ist. 

Christel Neumann war zwei Jahrzehnte lang das Gesicht unserer Braunschweiger Eintracht, welches wie kein anderes Hilfsbereitschaft, Herzlichkeit und eine nie nachlassende Bereitschaft zum sozialen Engagement verkörperte. Unermüdlich sammelte sie Becher für den guten Zweck, warb bei Heimspielen und auf Auswärtsfahrten Spenden ein, half beim Cattiva-Benefizturnier und hielt für die Fans beim Anstehen für Dauer- oder Auswärtskarten Getränke und Snacks bereit. 

Als Chefin der ehrenamtlichen Reisebegleitung versorgte sie mit ihrem Team während der Auswärtstouren in den Bussen oder Sonderzügen die Fans mit Essen und Getränken und war als lebenserfahrene, starke aber stets mitfühlende Frau als Ansprechpartnerin gerade auch für jüngere weibliche Fans, die im privaten oder schulischen Umfeld Probleme hatten, unersetzlich. Wenn es gar nicht anders ging, lief sie auch zuhause oder in der Schule auf, um so manches Problem in der ihr eigenen resoluten Art geradezurücken. Unvergessen bleibt es, wie sie mit ihrem Eintracht-Golf, welcher ihr von Fans geschenkt worden war, durch Braunschweig fuhr, oder wie sie mit ihrem Bauarbeiterhelm, den sie beim Sammeln zum Schutz vor den zahlreich geworfenen Bechern trug, im Innenraum vor der Kurve mit „ihrem“ Torsten Lieberknecht Walzer tanzte. Eintracht war für Christel Familie. Jahrzehntelang war sie das sichtbar gewordene Herz der Kurve. 

Dementsprechend wurde sie auch als Star in der abendfüllenden Filmdokumentation „Der 12. Mann“ gewürdigt und von Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum mit der Bürgermedaille der Stadt Braunschweig für herausragendes soziales Engagement ausgezeichnet. Umso schwerer trafen sie die Kontaktbeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie, von denen sie sich nicht mehr wirklich erholte. Solange ihr Gesundheitszustand es zuließ, besuchte sie die Heimspiele ihrer geliebten Eintracht. 

Nun hat sich ihr Lebenskreis geschlossen und wir verlieren mit ihrem Tod eine außergewöhnliche Persönlichkeit mit grenzenloser Leidenschaft für Eintracht Braunschweig. Für Generationen von Fans war sie mehr als eine Unterstützerin – sie war Zuhörerin, Helferin und Freundin. Auf Beschluss ihrer Familie erhält Christel eine Seebestattung auf der Insel Rügen. Ihr Engagement für Fans und Verein wird unvergessen bleiben. Sie wird für immer einen besonderen Platz in den Herzen der Eintracht-Familie haben.