Meisterspieler und Urgestein Wolfgang Brase verstorben

"Schnippel" verstarb im Alter von 87 Jahren

Mit großer Trauer nimmt Eintracht Braunschweig Abschied von seinem Meisterspieler von 1967 Wolfgang Brase. Brase, weithin unter seinem Spitznamen „Schnippel“ bekannt, starb am heutigen Dienstag nach langer, schwerer Krankheit. Er wurde 87 Jahre alt.

Mit ihm verliert der BTSV ein wahres Urgestein. Er war ein Kind des Siegfriedviertels, wuchs in der Siegfriedstraße auf und wohnte bis zum letzten Jahr im Sielkamp - in unmittelbarer Nachbarschaft zum EINTRACHT-STADION.

Bereits mit sieben Jahren bei Eintracht eingetreten stieß Brase nach einigen Jahren in der Jugend des BTSV 1958 zur Oberligaelf der Löwen. Der später wegen seiner Schnelligkeit gefürchtete Abwehrspieler hatte seine Karriere an der Hamburger Straße als Stürmer begonnen. Für Eintracht bestritt er fast 300 Spiele, davon 97 in der Bundesliga. Er hat nie für einen anderen Verein gespielt.

Eine rätselhafte Viruserkrankung vor dem vierten Spieltag der Meisterschaftssaison 1966/67 stoppte abrupt seine Karriere. Es hat ihn stets geärgert, dass er dadurch nicht einen größeren Beitrag zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1967 leisten konnte.

Der gelernte Werkzeugmacher studierte während der Bundesligajahre noch Maschinenbau und arbeitete danach bei Volkswagen in der Qualitätssicherung. "Schnippel" wurde er genannt, weil er mit seinem rechten Fuß innen und außen alles so schön anschneiden und entsprechende Flanken schlagen konnte - viele Jahre vor dem als Erfinder der "Bananenflanke" bekannt gewordenen Manfred Kaltz.

Bis zum letzten Jahr hat Brase kaum ein Spiel seiner Nachfolger im EINTRACHT-STADION versäumt. Mit ihm verliert Eintracht einen stets bescheidenen, großartigen Menschen und ein wahres Vorbild. 

Ruhe in Frieden, "Schnippel".